Ehrenamt der Woche

Hier stellen wir Euch Woche für Woche interessante Formen des Ehrenamts aus allen Regierungsbezirken Bayerns vor! Kennt auch Ihr jemanden, der für diese Rubrik passend wäre? Dann schreibt uns an: ehrenamtsbeauftragte@stmas.bayern.de!


 

5. August 2019  - Engagiert in der Diabetes-Selbsthilfe

2019-08-05 Diana Guckenberger Ankündigung

Diabetes mellitus, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, zählt zu den verbreitesten Krankheiten in Deutschland. Was aber tun, wenn man entweder selbst, oder beispielsweise der eigene Nachwuchs betroffen ist? Richtig, hier helfen die zahlreichen Selbsthilfegruppen - organisiert und getragen von unseren starken ehrenamtlichen Kräften! Wir haben uns mit einer von ihnen, nämlich Diana Guckenberger aus Würzburg unterhalten:

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19. Juli 2019 - Engagement für Cochlea-Implantat-Tragende

2019-07-19 Homepage

Gehörlosen das Hören ermöglichen - das schafft unter gewissen Voraussetzungen ein sogenanntes Cochlea-Implantat (CI). CI-tragende Personen bestmöglich zu unterstützen und zu beraten, hat sich der Bayerische Cochlea-Implantat-Verband e.V. auf die Fahnen geschrieben. Andrea Grätz ist eine dieser ehrenamtlich engagierten Menschen. Wir haben uns mit ihr unterhalten:

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21. Juni 2019 - Ein "Tausendsassa" des Ehrenamts

2019-06-21 Toni Wolf 1
© Anton Wolf

Feuerwehr, Trachtenverein, Fußballverein, Kirche – Für Toni Wolf aus Oberneukirchen im Landkreis Mühldorf ist ein Leben ohne bürgerschaftliches Engagement schlichtweg nicht denkbar. Der 1941 geborene, pensionierte Volksschullehrer ist wohl das, was man einen „Dauerbrenner“ nennt. Mehr zu seinem spannenden Engagement und seinen Beweggründen lest Ihr hier!

Herr Wolf, Während andere sich auf ein Ehrenamt beschränken, haben Sie eine Vielzahl an Verantwortungspositionen übernommen. Was war Ihre Motivation für diese zahlreichen Ehrenämter?

Meine Motivation für meine zahlreichen Ehrenämter lauten

a) Begeisterung zu wecken für ein Miteinander zum Wohle unserer Familien, der Vereine und der Bevölkerung in Oberneukirchen, im Landkreis Mühldorf, in Bayern und in Deutschland sowie

b) Den Leuten vorzuleben, v.a. der Jugend und den Eltern meiner, bzw. ihrer Schulkinder, was man unter Tradition versteht. Darunter versteht man nämlich nicht das Aufbewahren der Asche, sondern das Erwecken und Weitertragen der Glut und der Begeisterung, die in mir brennt – und zwar auf allen Ebenen. Für das hat mir der Herrgott viele Talente in die Wiege gelegt.

War es Ihnen als Lehrer ohne weiteres möglich, ehrenamtlich aktiv zu sein? Wie haben Ihre Schülerinnen und Schüler Ihr bürgerschaftliches Engagement wahrgenommen?

Als Lehrer hatte ich viele Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu sein, weil ich das ganze Jahr mit den Eltern und Bekannten meiner Schulkinder Kontakt pflegte. Alle – ob Eltern oder Kinder – standen vom ersten Tag an voll hinter mir und alle halfen mir, meine Ideen zu verwirklichen. Meinen bürgerschaftlichen Einsatz belohnten sie damit, dass sie einfach das Feuer, das ich in Ihnen entfachen durfte, an ihre eigenen Kinder später weitergeben konnten. Wenn man über 40 Jahre praktisch zwei Generationen einer Familie erziehen und unterrichten durfte, dann geht das wie von selbst.

Welche Veränderungen haben Sie in den letzten Jahren im Ehrenamt wahrgenommen?

Wenn man hinter einer Sache steht, dann ließen, bzw. lassen sich Menschen wir vor 50 Jahren auch heute noch anstecken, sodass die Begeisterung gar nicht abnehmen kann. Die Jugendfeuerwehr Oberneukirchen wurde 1980 mit begeisterungsfähigen Menschen Deutscher Feuerwehr-Vizemeister und fast 25 - 35 Jahre später sechsmal Deutscher Feuerwehr-Meister in den Jahren 2006 bis 2018. Und das alles mit den Söhnen und Töchtern der 1980er Generation, die danach „die Kastanien aus dem Feuer geholt hatten“.

Im November werden Sie mit der Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern ausgezeichnet. Was geht Ihnen bei so einer Ehrung durch den Kopf?

Die Würdigung meines Ehrenamts durch diese Verleihung erweckt in mir große Freude und Dankbarkeit, dass das Ehrenamt vom Bezirk, bzw. Staat anerkannt wird und dass ich – so lange es geht – weitermache. Danach will ich meine Kinder & Enkelkinder, die alle im Ehrenamt tätig sind, auf ihrem Weg unterstützen. Meine Familie hatte natürlich auch in mir und meiner Gattin Therese ein nachahmenswertes Beispiel, da ich auch in vielen Ebenen im Ehrenamt wirken:

a) Musik & Gesang: Seit den 60er Jahren bin ich – mit einigen Pausen – Sänger im Kirchenchor, bei dem ich auch als Dirigent und Chorleiter tätig war. Seit 1982 leite ich den Oberneukircherner Männer-Viergesang. Viele Adventssingen gestaltete ich in der heimischen Pfarrkirche vor allem mit meinen Schulkindern der fünften und sechsten Klasse.

b) Freiwillige Feuerwehr: 31 Jahre lang war ich Kreisjugendfeuerwehrwart im Landkreis Mühldorf, wo ich 68 Jugendgruppen betreuen durfte. Dazu war ich zehn Jahre lang Bezirksjugendfeuerwehrwart von Oberbayern, wo ich für die drei Stadtkreise München, Ingolstadt und Rosenheim und 20 Landkreise zuständig war. Von 1994 bis 2000 war ich zudem 1. stellvertretender Landesjugendfeuerwehrwart Bayerns. Seit meinem Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst im Jahre 2001 widmete ich mich bis letztes Jahr der Ortsjugendfeuerwehr Oberneukirchen, in welcher auch zwei meiner Enkel mitwirken. Diese treten dieses Jahr sogar bei den Europameisterschaften in der französischen Schweiz an und fügen sich damit ein die Reihe vieler EM-Teilnahmen Oberneukirchner Jugendfeuerwehrler.

c) Trachtenverein „Almröserl“ Oberneukirchen: Seit 1988 bin ich Theatherspielleiter des Trachtenvereins, wo wir jedes Jahr zur Fastenzeit fünfmal auftreten. Ebenso war ich bis 2017 als Musikwart für die Ausbildung und Förderung unseres musikalischen Nachwuchses verantwortlich.

d) Fußball im Kreis Inn-Salzach: ganze 46 Jahre lang war ich aktiver Schiedsrichter und pfiff Spiele von der C-Klasse bis einschließlich der Bezirksliga, wodurch ich etwa 600 Partien leiten konnte. Als Schüler- und Jugendtrainer konnte ich mich bei vielen Vereinen wie dem TSV Ampfing, dem SV Aschau/Inn, dem TV Kraiburg, der TuS Engelsberg und dem TSV Taufkirchen einbringen. Auch im Herrenbereich zeichnete ich mich von 1996 bis 1995 in insgesamt 16 Spielzeiten als Trainer sowohl für die o.g. Vereine (mit Ausnahme des TSV Ampfing) für folgende Clubs verantwortlich: TSV Gars, TSV Trostberg und TSV Polling.

e) Daneben brachte ich mich in den 1970er Jahren als Firmhelfer und 2018 als Unterstützer bei den "Geschichtstagen" im Landkreis Mühldorf ein.2019-06-21 Toni Wolf 2

Was glauben Sie, wie können wir vermehrt junge Menschen für Führungspositionen im Ehrenamt gewinnen? Gerade jetzt, wo der „Generationenwechsel“ in aller Munde ist?

Ganz einfach! Die Eltern sollen und müssen ihren Kindern die Möglichkeit geben, dass die Kleinen im Grundschulalter zum Trachtenverein (ab 5/6 Jahren), zur Jugendfeuerwehr (ab 12 Jahren) gehen und dort von begeisterten 18- bis 30-Jährige betreut werden. Dann springt der Funkte nämlich schnell über. Wir in Oberneukirchen haben bei einer Zahl von 840 Einwohnern in der Jugendfeuerwehr zurzeit über 40 Jugendliche und im Trachtenverein an die 50. Resümee: Das beste & wirkungsvollste Erziehungsmittel ist ein gutes Beispiel, welches den Kindern und Jugendlichen vorgelebt wird.

Was möchten Sie zum Abschluss des Gespräches noch loswerden? Welche Wünsche haben Sie an die Politik hinsichtlich des Ehrenamts?

Nicht durch Macht, Geld oder Intrigen,

Kann man mehr Wählerstimmen kriegen,

den Politikern stünden Ehrenämter – unbezahlte – besser zu Gesicht,

weil ein gutes Beispiel verdirbt einen jungen Menschen nicht!


 

11. Juni 2019 - Jugendliche beraten Jugendliche

Stress in der Schule? Streit mit den Eltern? Zoff mit der Freundin, bzw. dem Freund? Unter der bundesweit gültigen Nummer 11 6 111 können Jugendliche samstags von 14:00 bis 20:00 Uhr auf die Hilfe und Unterstützung von geschulten, jungen Ehrenamtlern zählen - und das kostenfrei!

Viola und Jonas gewähren uns einen Einblick in ihre ehrenamtliche Arbeit und verraten uns, warum Sie Ihr Engagement nur weiterempfehlen können!

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28.05.2019: Anderen Frauen das Ankommen erleichtern

2018-05-28 Eadw Fida

Viele Talente haben, ein Talent sein: Huda Alsanabani bringt das für den Frauenfachverband IN VIA Bayern in Einklang. Die junge Frau aus dem Jemen engagiert sich in Ingolstadt im noch jungen Integrationsprojekt FIDA – als "Talent", wie die ehrenamtlich tätigen Frauen hier genannt werden. Fida steht nicht nur für die „Frühe Integration Drittstaats-Angehöriger Frauen und Förderung ihrer Chancengleichheit”, FIDA bedeutet wörtlich aus dem arabischen übersetzt “außergewöhnlicher Einsatz”. Und den zeigt Huda, um als Multiplikatorin anderen Frauen aus Drittstaaten den Einstieg in ihre neue Lebenssituation zu erleichtern.

Zu ihren Aufgaben wird es auch gehören, neu angekommene Frauen und deren Familien in Alltagsfragen zu beraten - etwa wenn es um das Schul- oder Gesundheitssystem geht. Dafür wird sie besonders geschult. Außerdem bringt sie reichlich eigene Erfahrung mit. Sie lebt seit acht Jahren in Deutschland und arbeitet – allen Schwierigkeiten zum Trotz – hier in ihrem Beruf als Innenarchitektin. “Ich hatte etwas Glück, aber auch viel Unterstützung“, meint Huda. IN VIA Bayern meint: Sie hat jede Menge Talent(e).

FIDA ist ein aus EU-Mitteln gefördertes Projekt, das in Kooperation mit der Rege Bielefeld durchgeführt wird.



 

23.05.2019: Seit einem Jahrzehnt in der Drogenhilfe aktiv - ehrenamtlich!

Sucht hat viele Facetten und ist leider kein Randphänomen in Deutschland. Neben sogenannten „nichtstoffgebundenen Verhaltensweisen“, wozu etwa Glücksspiel und pathologische Internetnutzung zählen, sind es vor allem Suchtmittel, die Menschen in die Abhängigkeit führen. Das tägliche Glas Rotwein, der Joint zum Feierabend oder die „Partypille“ am Samstagabend – die Wege in die Sucht sind genauso vielfältig wie die Sucht selbst. Aktuellen Studien zufolge sind 1,6 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig und rund 600.000 weisen einen problematischen Konsum von illegalen Drogen wie Cannabis oder Kokain auf. Um den konsumierenden Menschen und deren Angehörigen Hilfe und Unterstützung zu geben, bietet die Drogen- und Suchthilfe niederschwellige Anlauf- und Beratungsstellen. Wir haben uns mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin einer Einrichtung, die sich auf die Beratung von Frauen spezialisiert hat, unterhalten:

2019-05-23 Lilith Eadw

Sehr geehrte Frau Brehm, stellen Sie sich zu Beginn doch kurz vor!

Nürnberg ist meine Heimatstadt. Zusammen mit meinem Mann habe ich zwei Söhne (34, 30). Ich bin 1957 geboren und gelernte Frisöse. Derzeit arbeite ich bei der Caritas.

Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich im Sport, bei Feuerwehren oder in der Jugendarbeit. Die Arbeit in der Drogenhilfe hingegen ist in der Öffentlichkeit nicht so bekannt. Wie kommt man zum Engagement in diesem Bereich? 

Nachdem die Kinder erwachsen und aus dem Hause waren suchte ich eine neue Herausforderung. Bei einem Gespräch mit einer befreundeten SPD-Stadträtin habe ich dieses Anliegen einmal angesprochen. Sie hat mir dann von Lilith erzählt und mich neugierig gemacht. Schnell war ein erster Kontakt hergestellt und der Einstieg beschlossen.

Welche Aufgaben haben Sie bei Lilith e.V. inne und wie viele Stunden investieren Sie pro Woche in Ihr Ehrenamt?

Lilith unterstütze ich seit fast zehn Jahren auf vielfältige Art und Weise: in den ersten Jahren als „Verkaufshilfe“ im Second-Hand-Laden, der langzeitarbeitslosen Drogenkonsumentinnen Arbeitsplätze und Qualifizierungsmaßnahmen bietet. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit und im Fundraising wie z.B. in der Organisation von Benefizkonzerten. Außerdem akquiriere ich Geld- und Sachspenden (wie z.B. Eintrittskarten für Kino und Museum für die Kinder von Drogenkonsumentinnen), die wir an die Familien weitergeben. Zudem habe ich mitgeholfen, eine Stiftung zu Gunsten des Vereins ins Leben zu rufen. Ich investiere rund 15 Stunden im Monat in mein Ehrenamt.

Gab oder gibt es befremdliche Reaktionen, wenn Sie versuchen, Geld- oder Sachspenden für die Drogenhilfe zu akquirieren?

Das kam bisher selten vor. Aber natürlich gehört das auch zu meinem Engagement: Menschen zusammenbringen und Vorurteile abbauen.

Was war das schönste Erlebnis im Rahmen Ihres Ehrenamtes?

Die sich jedes Jahr im Ertrag steigernde Spendenaktion zu Gunsten der Liliput-Kinder.

Wenn Sie drei Wünschen an die Ehrenamtsbeauftragte, bzw. die Politik frei hätten, wie würden diese lauten?

1. Ehrenamtliche verdienen kein Geld aber Wertschätzung!

2. Das Ehrenamt darf nicht zum Ausfallbürgen für den Staat werden

3. Denken Sie beim Gesetze-Machen auch immer an die Auswirkungen für Vereine und Ehrenamtliche.

Vielen Dank für das Interview und Ihr wichtiges Engagement!

Weitere Informationen finden Sie unter: https://lilith-ev.de/


 

17.05.2019: Schriftführerin aus Leidenschaft

Viele Menschen kommen durch persönliche Erfahrungen, wie etwa die Pflege von Angehörigen mit dem Ehrenamt in Kontakt. Nicht wenige davon bleiben engagieren sich daraufhin selbst ehrenamtlich und leisten so ihren Beitrag für ein soziales Bayern. Maria Schuhbauer aus dem oberbayerischen Kranzberg ist eine davon:

2019-05-17 Maria Schuhbauer

Frau Schuhbauer, stellen Sie sich und Ihren Verein zu Beginn doch kurz vor!

Ich heiße Maria Schuhbauer, bin 43 Jahre alt und seit 2017 ehrenamtliche Schriftführerin des Vereins Kranich e.V. in Kranzberg.

Selbständig, aber sicher - das bedeutet in erster Linie den Erhalt der persönlichen Freiheit und Eigenständigkeit.

Selbstbestimmt leben können, bei Bedarf Hilfe und Unterstützung finden und ein größtmögliches Maß an Sicherheit erhalten - diesen Wünschen wollen wir mit dem "Wohnen am See" in Kranzberg gerecht werden, um den dort lebenden Menschen ein niveauvolles, selbstbestimmtes und sicheres Leben in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten zu bieten. Das Leben so einrichten, dass man an Lebensqualität gewinnt und mehr Freizeit und Freiheit genießen kann! Mobil und unabhängig sein in komfortabler Sicherheit!

Nach diesem Motto unterstützen wir, der Verein Kranich e.V., die Bewohner in allen Bedürfnissen rund um „aktives Wohnen“. Wir wollen Interessens- und Aktions-Gemeinschaft sein für die Bürger von Kranzberg und Umgebung, die zur Generation 50plus zählen.

Folgende Angebote für ältere Menschen bieten wir an:

Bildungs- und Informationsveranstaltungen über Lebens-, Kultur- und Gesundheitsthemen, Initiativen für gemeinsame Freizeitaktivitäten, Theater- oder Konzertbesuche, organisierte Ausflüge, Spiele- und Bastelnachmittage, Projekte zur Stärkung und Erhaltung der Gesundheit, Seniorensport, Sturzprophylaxe, Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen durch Sommer-, Weihnachts- und Osterfeste.

Wie kamen Sie dazu, sich beim Kranich e.V. zu engagieren? Waren Sie bereits zuvor ehrenamtlich aktiv?

Das ist mein erstes Ehrenamt. Durch die private Situation von zu pflegenden Familienangehörigen und der dadurch gesammelten Erfahrungen in diesem Bereich war ich offen dafür und wollte meine Unterstützung anbieten.

Wie stellen sich Ihre Aufgaben als Schriftführerin dar? Ist das eine Funktion, die Ihnen Freude bereitet?

Wir haben im Jahr ca. acht bis zehn Termine, an denen sich der Vorstand trifft und alle anstehenden Themen bespricht. Aber auch bei den jährlichen Bewohner- und Mitgliederversammlungen des Vereins führe ich Protokoll.
Bei gemeinsamen Veranstaltungen hilft der Vorstand zusammen, um alles zu organisieren.

Schriftführerin zu sein fällt mir nicht schwer, da ich auch beruflich viele administrativen Tätigkeiten ausführe. Man ist derjenige, der die Geschichte eines Vereins und vor allem seiner Versammlungen und Sitzungen dokumentiert, seine Aufzeichnungen dienen der Vorstandschaft wie den Mitgliedern eines Vereins als Information über Diskussionen, Planungen und Entscheidungen.

Die Tätigkeit ist für mich auch eine wichtige Grundlage bei internen Diskussionen: Was wurde wann wie besprochen?

Durch meine Protokollerstellung in der Vorstandssitzung wird eine konkrete Richtlinie gegeben, wer was zu tun hat und dafür verantwortlich ist. Einfach gesagt, eine sogenannte „To-do-Liste“ für alle.

Wie wird Ihr ehrenamtlicher Einsatz im persönlichen Umfeld wahrgenommen, bzw. konnten Sie durch Ihr Engagement andere Bekannte für ein Ehrenamt begeistern?

In meinem persönlichen Umfeld habe ich nur positive Erfahrungen über meine Ausübung des Ehrenamts gemacht. Es wird einem hoch angerechnet, wenn man sich für die Gemeinschaft engagiert. Es ist natürlich auch immer eine zeitliche Frage, alles unter einen Hut zu bekommen. Deshalb verstehe ich auch, warum manche im Freundes- oder Bekanntenkreis sich für ein solches Engagement nicht begeistern können und ein Ehrenamt somit leider nicht wahrnehmen können. Ich kann nur an alle bayerischen Mitmenschen appellieren, es lohnt sich. Zeit zu investieren, sich diese Zeit zu nehmen, ist nicht nur für einen selbst ein Gewinn, sondern ein Gewinn für alle Menschen in Bayern. Umso wertvoller sind die Menschen in Bayern, die sich einem Ehrenamt widmen.

Stellt es sich schwierig dar, Bürgerinnen und Bürger aus der Generation 50plus für den Kranich e.V. – egal ob in aktiver oder passiver Form – zu gewinnen?

Direkt betroffene Menschen aus dem Umfeld des Hauses dafür zu gewinnen, ist leichter, das ist klar. Aber alleine schon aus Gründen des demographischen Wandels, junge interessierte Mitmenschen zu finden, dies wird künftig eine große Herausforderung für das Vereinsleben werden.

Der Kranich e.V. will in der Region Kranzberg ein Netzwerk mit Gruppierungen wie Sportvereinen und Seniorenkreisen knüpfen. Gibt es hier Hürden oder Probleme? Wenn ja, wie sehen diese aus und wie können sie überwunden werden?

Ein Netzwerk mit Gruppierungen wie Sportvereinen und Seniorenkreisen zu knüpfen, ist wichtig und notwendig um den direkten Austausch der Senioren untereinander zu erhöhen und den älteren Menschen ein breitgefächertes Aktivitätsprogramm zu bieten.

Der Ausbau dieses Netzwerkes ist ein ständiger Prozess, den es weiterhin mit aller Kraft zu verfolgen gilt.
Unser Hauptaugenmerk liegt aber mehr im Miteinander im Haus, das durch gemeinsame Unternehmungen und Veranstaltungen im Haus gefördert werden soll.

Wenn Sie drei Wünsche an die Politik, bzw. an die Ehrenamtsbeauftragte frei hätten, wie würden diese lauten?

Folgendes wäre mir persönlich für das Ehrenamt als Botschaft an die Ehrenamtsbeauftragte sehr wichtig:

-       Das bürgerschaftliche Engagement in Bayern weiterhin fördern und unterstützen.

-       Kleinere Vereine mit einer Entbürokratisierungsoffensive entlasten.

-       Die Vereine in der Nachwuchsarbeit für das Ehrenamt zu unterstützen, um den Nachwuchs zu sichern.

Herzlichen Dank für das Gespräch!


 

08.05.2019: Als Lesepatin und Frühstücksfee im Einsatz

Sich für das Wohlergehen anderer Kinder einsetzen - Für nicht wenige eine willkommene ehrenamtliche Tätigkeit, wenn der eigene Nachwuchs schon längst "flügge" ist. In Kindertageseinrichtungen und Schulen engagieren sich zahlreiche Frauen und Männer unentgeltlich, wenngleich erstere hier wohl die Mehrheit darstellen. Wir haben uns mit einer besonderen Dame unterhalten:

2019-05-08 Sonnenstern

Frau Wohlrab-Schmidt, stellen Sie sich zu Beginn doch kurz vor!

Ich heiße Isa Wohlrab-Schmidt, bin 56 Jahre alt, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Söhne. Seit einem knappen Jahr bin ich an der Rupert-Egenberger-Schule Sonderpädagogisches Förderzentrum in Bad Aibling als Lesepatin für einen 12-jährigen Jungen und als Frühstücksfee tätig. Wir bereiten täglich für 15-20 Kinder ein gesundes Frühstück vor Schulbeginn vor. Frühes Aufstehen ist gefordert!

Wie kamen Sie dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren, bzw. wie sind Sie auf den Sonnenstern e.V. gestoßen?

Ich suchte eine sinnvolle Beschäftigung für meine Freizeit, möchte für andere Menschen da sein, die Unterstützung benötigen. Zudem wollte ich in der Stadt, in die ich neu zugezogen war Kontakte knüpfen. Ein Flyer vom Verein Sonnenstern in einer Apotheke ausgelegt und entdeckt, hat mich sofort angesprochen. Arbeiten mit Kindern macht Spaß und hält jung. Die Schule die ich unterstütze, ist für mich sogar fußläufig erreichbar.

Die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern erfordert ein großes Herz und auch Fingerspitzengefühl. Welche Kompetenzen sollte man in diesem Bereich noch mitbringen?

Wichtig ist Einfühlungsvermögen und Diplomatie, Verständnis für die häusliche Situation. Ein gewisses Interesse und Wissen über kulturelle Unterschiede erleichtert den Umgang mit den Kindern aus unterschiedlichen Herkunftsländer und Kulturen. Da ich allein das Frühstück für 15-20 Kids vorbereite muss ich fix sein. Wenn die Kinder zum Frühstück kommen, muss man zuhören können und manchmal ist auch Autorität gefragt.

War es schwierig, anfangs als Lesepatin das Vertrauen der Kinder zu gewinnen?

Meine Aufgabe als Lesepatin ist ganz anders, ich widme mich nur einem Kind. Ich wurde von den Lehrkräften ausführlich auf mein Kind vorbereitet. Wir unterhalten uns immer noch viel über aktuelle Themen auch Probleme und ich gehe immer auf seine Stimmungen und Wünsche ein. So war es einfach das Vertrauen meines Lesepatenkindes zu gewinnen und wir zwei hatten von Anfang an ein freundschaftliches Verhältnis. Unsere Stunden sind abwechslungsreich, wir lesen uns abwechselnd vor, wir machen ein Spiel zusammen, ich unterstütze bei den Hausaufgaben...

Wie kommt Ihr ehrenamtliches Engagement in Ihrem Umfeld (Familie, Freunde, etc.) an und mit welchen Schwierigkeiten sehen Sie sich konfrontiert?

Eine gewisse Bewunderung ernte ich dafür, dass ich in meiner Freizeit nicht nur mich selbst in den Mittelpunkt stelle, sondern mich ehrenamtlich für andere engagiere.  Kritisch gesehen wird, dass ich jetzt zeitlich nicht mehr so flexibel für Freizeit und Urlaub bin, man sollte sich an den Ferien orientieren.

Wenn Sie drei Wünsche an die Ehrenamtsbeauftragte frei hätten, wie würden diese lauten?

Es kann ruhig noch mehr Öffentlichkeitsarbeit für die verschiedenen Ehrenämter betrieben werden. Viele Menschen kommen aus Unwissenheit gar nicht auf die Idee sich zu engagieren.

Da sind wir ganz Ihrer Meinung! Vielen Dank für’s Gespräch!

Weitere Informationen über die Arbeit des Vereins finden sie unter www.sonnenstern.de


 

03. Mai 2019: Seit 67 Jahren beim Roten Kreuz engagiert

2019-05-03 Eckert Brk
© Rainer Heubeck, Weißenburger Tagblatt

Kaum zu glauben, aber wahr: Anneliese Eckert aus Weißenburg packt seit 67 Jahren beim Bayerischen Roten Kreuz mit an! Was die Trägerin des Ehrenzeichens am Bande - 1993 vom damaligen bayerischen Innenminister Dr. Stoiber verliehen - alles in Ihrem Ehrenamt schon erlebt hat, lest ihr im folgenden Vorstellungstext:

Frau Anneliese Eckert, wohnhaft in Weißenburg, ist seit 67 Jahren ehrenamtlich beim BRK Weißenburg aktiv. Nach ihrer ehrenamtlichen Ausbildung beim BRK war sie dort als Schwesternhelferin tätig und hat diverse Weiterbildungen absolviert. Zu ihren Tätigkeiten gehörten auch der Blutspendedienst, die Kinderlandverschickung, das Fahren des Krankenwagens.

Vor 20 Jahren hat sie die BRK Kleiderkammer in Weißenburg mitgegründet, diese Kleiderkammer im BRK-Heim ist 2mal die Woche geöffnet. Auch heute ist sie vor allem samstags dort noch anzutreffen.

Zudem ist Frau Eckert Gründungsmitglied des Seniorenbeirats der Stadt Weißenburg. Hier hat sie sich – zusätzlich zu ihrem Einsatz beim BRK – ebenfalls sehr engagiert für die Interessen der älteren Generation eingesetzt.

Der BRK Kreisverband Südfranken, in dem sie organisiert ist, ist einer von 73 Kreisverbänden im Bayerischen Roten Kreuz. Der Kreisverband  zählt mit rund 20.000 Mitgliedern, etwa 2.000 ehrenamtlichen und über 620 hauptamtlichen Mitarbeitern unter anderem in den Bereichen Notfallrettung, Kranken- und Patientenfahrdienste, Breitenausbildung, Hausnotruf, Menüservice, Kindertageseinrichtungen, Schulbetreuung, Integrierter Leitstelle, Pflege und Gebrauchtwaren zu den führenden Anbietern sozialer Dienstleistungen in der Region.

Entstanden ist der BRK Kreisverband Südfranken am 1. Juli 2004 durch freiwilligen Zusammenschluss der benachbarten, ehemals selbständigen Kreisverbände Roth-Schwabach und Weißenburg-Gunzenhausen.

Auch nach 67 Jahren hat Frau Eckert immer noch Spaß an ihrem Ehrenamt, denn Teil einer weltweiten Gemeinschaft zu sein und sich sinnvoll für andere einzusetzen, macht einfach glücklich.

Wir sagen: Hut ab, vor diesem jahrzehntelangem Engagement!


 

11. April 2019: Welt-Parkinson-Tag

Die Diagnose "Parkinson" ist sowohl für Betroffene als auch deren Angehörigen nicht weniger als ein echter Einschnitt. Um mit dieser Erkrankung aber bestmöglich zurechtzukommen, haben sich in den vergangenen Jahren in allen Teilen Bayerns Selbsthilfegruppen gegründet, um sich gegenseitig auszutauschen, zu unterstützen und sich gegenseitig Mut zu machen. Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am 11. April haben wir uns mit Daniele Steiner von der Selbst-Hilfe-Parkinson-Unterfanken (SHPU) in Würzburg unterhalten.

Frau Steiner, stellen Sie sich und Ihre Selbsthilfegruppe zu Beginn doch kurz vor!

Logo ShpuMein Name ist Daniele Steiner, ich bin verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Im Alter von 44 Jahren bekam ich die Diagnose Parkinson, dies war im Jahre 2008. Was ist  Parkinson genau? Was das genau bedeutet, wusste ich damals nicht. Deswegen  wollte ich mich mit anderen Betroffenen austauschen, dass gestaltete sich etwas schwer, zumal ich für diese Erkrankung noch sehr jung war. Deswegen gründete ich eine eigene Selbsthilfegruppe. Ich schaltete einen kleinen Artikel in unserer Tageszeitung mit der Überschrift „Betroffene treffen sich“. Ich war sehr überrascht, doch so viele (zwölf Personen ) bei diesem ersten zwanglosem Treffen zu sehen. So ergab es sich, dass man sich einen Termin zum nächsten Treffen ausmachte. Dies war der Beginn der Selbst Hilfe Parkinson Unterfranken = SHPU. Mein Mann hat dann im Jahre 2014 eine eigene Selbsthilfegruppe für Angehörige von Parkinsonpatienten gegründet, die parkA.

Wie kann man sich die Arbeit einer Selbsthilfegruppe vorstellen?

Wir treffen uns regelmäßig jeden ersten Mittwoch im Monat im Selbsthilfehaus in Würzburg zum Austausch.  Es werden auch  Aktionen besprochen, an denen die Gruppe teilnimmt: wie etwa die Mainfrankenmesse 2019, Workshops, Sommerfest, Gymnastik usw.

Ist es schwer, an neue Mitglieder heranzukommen oder was sind die größten Hindernisse bei der Akquirierung neuer Teilnehmer? Wie sieht es mit weiteren Herausforderungen aus?

Nein, für mich ist es nicht schwer, neue Mitglieder zu bekommen, die meisten melden sich von alleine - sie haben irgendwo einen Flyer von uns gelesen oder Informationen vom Aktivbüro in Würzburg erhalten. Auch bringen die Mitglieder unserer Gruppe andere Betroffene mit.

Die Organisation einer solchen Selbsthilfegruppe ist sicher zeitaufwändig. Wie schaffen Sie, dies neben Ihren weiteren Tätigkeiten zu bewältigen?

Sicher ist der Zeitaufwand groß, jedoch kann man einige Aufgaben auch delegieren; das klappt zwar nicht immer, aber meistens wird jemand direkt angesprochen eine Aufgabe zu übernehmen. Da ich selbst Erwerbsunfähigkeitsrentnerin (EU-Rentner) bin und auch meinen Mann in Teilzeit in seinem Geschäft unterstütze, bleibt noch genügend Zeit für die SHPU.

Wie ist das Feedback zu Ihrem ehrenamtlichen Engagement in Ihrem Umfeld in Würzburg?

Das Feedback zu diesem Engagement ist durchweg positiv, sowohl in meinem Umfeld, als auch in der Öffentlichkeit.

Was ist das Besondere an Ihrem Ehrenamt?

Das Besondere in diesem Ehrenamt ist die Möglichkeit, mir selbst und auch anderen bei der Bewältigung der Begleitumstände der Krankheit Parkinson zu helfen. Des Weiteren sind noch die entstandenen Freundschaften zu erwähnen.

Haben Sie bereits mit dem Gedanken gespielt, Ihr Engagement zu beenden? Wenn ja, warum? Was hat Sie schließlich zum Weitermachen bewegt?

Ich hatte schon einmal den Gedanken, alles zu beenden, weil die Unterstützung fehlte und manche Mitglieder rein gar nichts für die Gruppe taten. Inzwischen habe ich die THS machen lassen. Jetzt bin ich wieder etwas belastbarer und kann die anderen mit mehr Elan zum Mitmachen bringen.

Wenn Sie drei Wünsche an die Ehrenamtsbeauftragte bzw. an die Politik und die Gesellschaft frei hätten, wie würden diese lauten?

Als erstes muss man sich wünschen, dass Behinderungen, auch wenn sie nicht sofort erkennbar sind, mehr von der Öffentlichkeit und den Behörden wahrgenommen und respektiert werden. Des Weiteren wäre zu nennen, dass die Förderungen doch viel Zeit erfordern - jedes Jahr neue Anträge und Nachweise - da müsste doch was möglich sein, die Aufwände und die Bürokratie zu reduzieren. Als drittes: 720 € steuerfrei für Tätigkeiten im Ehrenamt, wenn man noch im Berufsleben steht - da sollte es auch etwas für uns EU-Rentner geben.

Vielen Dank für's Gespräch und Ihr beeindruckendes Engagement!

02. April 2019 - Technisches Hilfswerk, Ortsverband München-Ost

Das Technische Hilfswerk leistet Hilfe und Unterstützung in besonderen Situationen - sei es bei Hochwasser, bei Schneemassen oder bei anderen Katastrophenfällen. So leistet das THW auch im Ausland Unterstützung, etwa in Mosambik, das vom Zyklon "Idai" heimgesucht wurde. Ehrenamtliches Engagement macht es hier möglich, dass im Falle des Falles kompetente Hilfe direkt zu den Menschen dringen kann. Wir haben mit Ernst Meister, dem Ortsbeauftragten des THW-Ortsverbandes München-Ost gesprochen und unter anderem erfahren, warum die Struktur des THW so besonders ist:

Herr Meister, stellen Sie sich doch bitte kurz vor. Was ist Ihre Funktion?

2019-04-03 Eadw Thw
Bild: THW-OV München-Ost

Mein Name ist Ernst Michael Meister, bin 49 Jahre und beruflich selbstständiger Gas- und Wasserinstallations-Meister. Im THW bin ich Ortsbeauftragter des Ortsverbandes München-Ost.

Wie lange sind Sie schon dabei?

Ich bin seit 33 Jahren im THW.

Was macht Ihre Institution genau?

Das THW (Bundesanstalt Technisches Hilfswerk) ist die Katastrophenschutzorganisation des Bundes. Wir sind bundes- und weltweit im Einsatz. Vor Ort sind wir in der Gefahrenabwehr tätig. Zuletzt waren unsere Einsatzkräfte bei der Schneekatastrophe im bayerischen Oberland tätig. Dabei haben wir Dächer von Gebäuden von der Schneelast befreit.

Wie viele Mitglieder hat Ihr Ortsverband und seit wann gibt es diesen?

Wir haben derzeit 85 aktive Einsatzkräfte und 2 Jugendgruppen mit 31 Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren.

Was ist das Besondere an Ihrem Ehrenamt?

Es ist schön und macht Spaß, mit Technik, Wissen und Kollegen im Notfall Menschen in besonderen Lagen helfen können. Es ist aber auch die Gemeinschaft innerhalb der Organisation, sich mit netten Leuten zu treffen und sich gemeinsam stark zu machen.

Was sollten die Menschen in Bayern zum THW noch wissen?

"Die Struktur des THW ist weltweit einmalig“ - Organisatorisch gehört das THW als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern. Jedoch ist nur ca. ein Prozent der Mitarbeiter hauptamtlich für die Behörde tätig.  99 Prozent der THW-Angehörigen arbeiten ehrenamtlich im THW. In 668 Ortsverbänden engagieren sich bundesweit mehr als 80.000 Helferinnen und Helfer in ihrer Freizeit, um Menschen in Not kompetent und engagiert Hilfe zu leisten.

In München engagieren sich knapp 350 THW-Einsatzkräfte in drei Ortsverbänden ehrenamtlich. Unter www.thw-muenchen.de erhalten Sie viele weitere Informationen, wie das THW in München hilft und wie auch Sie sich beim THW in München engagieren können.


 

27. März 2019: (Hoch-)Wasser-Spezialist aus der Oberpfalz

Menschen vor dem Ertrinken zu retten ist nicht nicht nur Aufgabe von Bademeistern in Frei- und Strandbädern sondern auch Pflicht und Auftrag der ehrenamtlichen Kräfte bei der bayerischen Wasserwacht. Auch diese Form des Ehrenamts zeichnet sich durch eine enorm hohe Professionalität aus, so bietet die Wasserwacht in Bayern auch Schwimmunterricht für Kinder und Erwachsene an, um eben entsprechende Notsituationen zu vermeiden. Doch auch in Stunden höchster gesellschaftlicher Not, etwa bei Hochwasser, ist die Bayerische Wasserwacht für uns da! Wir haben stellvertretend mit Wolfgang Dantl von der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Burglengenfeld gesprochen:

2019-03-27 Eadw Dantl
Bild: Wolfgang Dantl

Herr Dantl, stellen Sie sich zu Beginn doch kurz vor!

Mein Name ist Wolfgang Dantl, ich bin 48 Jahre alt und hauptberuflich als freiberuflicher Veranstaltungstechniker und DJ tätig. Seit dem 1.9.1980 bin ich Mitglied der BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Burglengenfeld. Hier war ich von 1993 bis 2001 Stellvertretender Vorsitzender, seit 2001 bin ich aktiv in der Kreis-Wasserwacht Schwandorf, zuerst als Stellvertretender Vorsitzender, seit 2017 als Vorsitzender. Die Kreis-Wasserwacht ist nach den Wasserwacht-Ortsgruppen die zweite Ebene und ist zugleich Teil des BRK-Kreisverbandes Schwandorf. Über den Kreis-Wasserwachten gibt es noch die Bezirks- und Landesverbände und die Bundesebene der Wasserwacht.

Wie sind Sie eigentlich zur Wasserwacht gekommen?

Ich selbst bin schon als Kind zur Wasserwacht gekommen und bin über die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung zur Jugendarbeit der Ortsgruppe gestoßen dann zum Rettungstauchen gekommen. Von 1994 bis 2016 war ich auch als Rettungstaucher aktiv, heute „nur“ noch als Signalmann. Seit 1997 bin ich Bootsführer.

An welche Einsätze erinnern Sie sich besonders gut zurück?

Als Bootsführer und Rettungstaucher, aber auch als Einsatzleiter habe ich schon diverse Hochwasser- und Rettungseinsätze miterlebt und mit geleitet (z.B. Pfingsthochwasser 1999 Neustadt an der Donau, Regenhochwasser 2002 in Nittenau, Hochwasserkatastrophe in Deggendorf 2013). Die Wasserwacht im BRK ist neben den Rettungseinsätzen (Personen- und Sachbergungen) auch im Katastrophenschutz tätig. Als Kreis-Wasserwacht Schwandorf unterstützen wir auch immer wieder Kameraden in anderen Landkreisen.

Welche Aufgabenbereiche haben Sie neben den Rettungs- und Hochwassereinsätzen?

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Schwimmausbildung der Bevölkerung. Die Wasserwacht bietet in ganz Bayern Schwimmunterricht für Kinder und Erwachsene an. Seit 2006 bin ich „Ausbilder Schwimmen“, d.h. ich darf Anfängerschwimmkurse leiten, was ich auch regelmäßig (ca. 40x im Jahr) in meiner Heimatortsgruppe Burglengenfeld mache. Darüber hinaus bin ich seit 2013 als „Bezirksausbilder Schwimmen“ für die Aus- und Fortbildung der alten und neuen Schwimmausbilder der Wasserwacht verantwortlich. Davon gibt es im Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz etwa 400, alleine in der Kreis-Wasserwacht Schwandorf 90 und in meiner Ortsgruppe 21. Wir haben jährlich etwa 150 Kinder in den Schwimmkursen im Bulmare (Ganzjahresbad in Burglengenfeld), landkreisweit sind es mehrere hundert Seepferdchen, die von den Ausbildern der Wasserwacht überreicht werden. Neben den Anfängerschwimmkursen nehmen wir auch Jugend- und Erwachsenen-Schwimmabzeichen ab und tragen so zur Breitenausbildung im Schwimmen bei. Ganz „nebenbei“ bin ich seit 1988 im Kinder- und Jugendtraining aktiv und alleine dafür ca. 30-mal im Jahr im Schwimmbad, um Kinder im Alter von sechs bis sechzehn Jahren zu trainieren. Solches Engagement funktioniert natürlich nur, wenn die ganze Familie mitzieht. Meine Frau Birgit ist ebenfalls Schwimm-Ausbilderin, unsere Kinder Antonia (12) und Kilian (7) verbringen auch sehr viel Zeit mit uns im Bulmare und helfen z.T. schon mit bei meinen und unseren Aufgaben für die Wasserwacht.    

Erzählen Sie uns bitte mehr von die Wasserwacht bzw. Ihre Ortsgruppe!

Die Wasserwacht Burglengenfeld ist mit rund 800 Mitgliedern die mitgliederstärkste Ortsgruppe in der Kreis-Wasserwacht Schwandorf, die knapp 5.300 Mitglieder in 15 Ortsgruppen zählt. Damit sind wir im Bezirk Niederbayern/Oberpfalz die mit Abstand stärkste Kreis-Wasserwacht. Unsere „Manpower“ macht sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar. So ist die Kreis-Wasserwacht Schwandorf in allen Bereichen der Wasserwacht-Arbeit aktiv, bei uns werden Taucher, Bootsführer, Wasserretter und Führungskräfte ausgebildet, wir machen Schwimmkurse, Erste-Hilfe- und Sanitätsausbildungen, dazu kommen noch Funkausbildung und natürlich das regelmäßige wöchentliche Schwimmtraining in den Ortsgruppen. Dazu sind viele Aktive auch in Bezirks- und Landesgremien vertreten, vereinzelt sogar in Bundesgremien. Die Wasserwacht Bayern gibt es seit 1883, im Landkreis Schwandorf seit 1947 und in Burglengenfeld seit 1950.  Von den Kameraden der BRK-Bereitschaften werden wir sehr gern halb spöttisch, halb anerkennend als „Pfützensanitäter“ bezeichnet, ein Begriff der die Aufgaben der Wasserwacht an sich sehr gut zusammenfasst. Die Wasserwachtler vereinen medizinisches Wissen aus dem Sanitätswesen mit schwimmerischen Fähigkeiten zu einer besonderen Mischung. Gefahrensituationen am und im Wasser zu verhüten ist eine unserer Aufgaben, Menschen aus solchen Situationen zu retten die Andere. Inzwischen wird unser Fachwissen im Bereich Wassersicherheit auch oft im Vorfeld von Ereignissen oder der Planung von Katastrophenszenarien von Behörden und Institutionen abgerufen.

Selbst wenn man wenig eigene Ambitionen zum Schwimmen hat, denn nicht jede/r ist für das Element Wasser zu begeistern, so kann man doch Mitglied oder Gönner einer Ortsgruppe werden, denn auch Mitgliedsbeiträge und Spenden dienen dazu, dass wir unsere Aufgaben weiter wahrnehmen und unsere Arbeit machen können. Die Wasserwachten finanzieren sich größtenteils selbst, denn anders als bei Feuerwehr und THW stehen hinter der BRK-Wasserwacht keine Kommunen oder der Bund zur Finanzierung von Einsatzgerätschaften. Zwar erhalten wir das eine oder andere Fahrzeug aus Rettungsdienstmitteln, aber den Großteil beschaffen wir über Spenden, Mitgliedsbeiträge und die sogenannte „Mittelbeschaffung“. Das sind z.B. Beteiligung an Bürgerfesten, Schwimmkurse, Sommerfeste usw. Damit versuchen die Ortsgruppen, neben den Mitgliedsbeiträgen Einnahmen zu generieren, um mit dem erwirtschafteten Geld neue Einsatzmittel wie Neoprenanzüge, Boote, oder Eisrettungsschlitten zu kaufen. Jeder erwirtschaftete Euro wandert bei uns wieder in die Ausrüstung oder deren Wartung.

Vielen Dank für's Gespräch!


 

19. März 2019: Freiwillige Feuerwehr Krachenhausen

Die meisten Ehrenamtler im Bereich des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes sind männlich? Das mag zwar sein, doch gibt es auch hier zahlreiche starke Frauen, die sich beispielsweise beim THW oder bei der Feuerwehr freiwillig engagieren. Exemplarisch dafür haben wir im Rahmen der Rubrik "Ehrenamt der Woche" mit Kerstin Fleischmann und Regine Modell gesprochen, den beiden Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr in Krachenhausen, einem Ortsteil des oberpfälzischen Kallmünz. Derzeit beschränken sich Frau Fleischmann und ihre Stellvertreterin zwar noch auf die organisatorische Arbeit der Wehr, doch leisten sie heuer noch zwei notwendige Kurse ab, um in Kürze selbst mit den Aktiven im Ernstfall ausrücken zu können.

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Regine Modell & Kerstin Fleischmann (v.l.n.r.)

Stellen Sie sich bitte kurz vor. Was ist Ihre Funktion?

Mein Name ist Kerstin Fleischmann, 36 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder, 1. Vorsitzende der FFW Krachenhausen.

Mein Name ist Regine Modell, 48 Jahre, 2 Kinder, 2. Vorsitzende der FFW Krachenhausen.

Wie lange sind Sie schon dabei?

Regine Modell: Passives Mitglied seit 2016, 2. Vorsitzende seit Januar 2017.

Kerstin Fleischmann: Mein ganzes Leben lang. 1999 war ich Fahnenbraut beim hundertjährigen Jubiläum, 1. Vorstand bin ich seit fünf Jahren.

Das Ehrenamt im Bereich der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz ist immer noch vorrangig männlich, so liegt der Anteil von Frauen bei 18%. Was glauben Sie, ist dafür der Grund?

Die meisten denken, dass das alles harte Männerarbeit ist und somit wir Frauen eher im Hintergrund agieren sollten. Bei uns ist es aber tatsächlich so: jeder packt mit an, ob groß oder klein, alt oder jung, Männlein oder Weiblein. Da wir eben nur wenige sind, helfen alle zusammen. Das ist das Schönste daran! Wenn wir zum Beispiel unser Vatertagsfest haben, packt jeder mit an. Nur so ist die ganze Arbeit zu schaffen. Und genau das ist das Schöne daran: der Zusammenhalt!

Wie viele Mitglieder hat die Freiwillige Feuerwehr Krachenhausen und seit wann gibt es diese?

Die FFW Krachenhausen existiert seit dem Jahr 1899 (2024 feiern wir 125-jähriges Jubliäum!). Die Mitgliederzahl liegt derzeit bei 69, davon 17 Aktive. Wir sind eine sehr kleine Wehr, die eigentlich aus dem kompletten Dorf besteht.

Was ist das besondere an Ihrem Ehrenamt?

Zum einen das Engagement für eine gute Sache, außerdem der Zusammenhalt im Verein und somit auch für die Dorfgemeinschaft. Das gesellschaftliche Zusammenleben in Schwung halten, gepaart mit gegenseitiger Nachbarschaftshilfe und dem Einsatz in Notfällen.

Was sollten die Menschen in Bayern zu Ihrem Engagement noch wissen? Was muss man mitbringen, um bei der Feuerwehr aktiv zu sein?

Wie in jedem Ehrenamt benötigt man etwas Zeit und Freude daran, gemeinsam was Gutes zu tun, sei es z.B. beim Instandhalten der Hydranten oder bei der Müllsammelaktion „der Landkreis räumt auf". Bei dieser sind wir seit Beginn vor ca. 15 Jahren dabei.  Spezielle Kenntnisse für die Notfälle lernt man natürlich bei der Aktivenübung bzw. bei den Prüfungen. Aber selbst das ist kein Hexenwerk. Der Zusammenhalt, der dadurch in der Dorfgemeinschaft entsteht, ist jede Mühe wert und einfach unbezahlbar.


 

14. März 2019: Biberger Bürger Bus e.V.

Was tun, wenn im Ort kein Bus mehr fährt, weil er sich schlichtweg nicht mehr "lohnt" und nicht mal Taxis Abhilfe schaffen wollen? Gut, dass es das Ehrenamt gibt! Wir haben uns mit Jens Nonnenmacher vom Biberger Bürger Bus e.V. unterhalten:

Herr Nonnenmacher Stellen Sie sich bitte kurz vor. Was ist Ihre Funktion?

Mein Name ist Jens Nonnenmacher und bin einer der zwei Gründer des BibergerBürgerBusses – kurz BBB. Ich bin der 1. Vorsitzende des Vereins und Koordinator für den laufenden Betrieb des BürgerBusses.

Wie lange sind Sie schon dabei?

Von Anfang an bin ich dabei. Der Verein wurde aus der Not heraus im Frühjahr 2003 geboren und im September 2003 startete unser Fahrdienst. Von 2003 – 2009 war ich und bin seit November 2017 wieder 1. Vorsitzender des Vereins.

Was macht Ihr Verein genau?

Oberbiberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberhaching. Er ist bekannt aus Film und Fernsehen (Pumuckl, Wer früher stirbt ist länger tot...) und seit 2003 durch den BBB. Wir liegen sechs km außerhalb der Gemeinde Oberhaching und hatten bis 2003 nur eine öffentliche Buslinie, die lediglich dreimal täglich fuhr. Zudem gab es ein Anrufsammeltaxi, welches aber eingestellt wurde. Deshalb entstand die Idee eines BibergerBürgerBusses. Wir fahren von Montag bis Freitag - elfmal täglich - die Ortsteile der Gemeinde ab. Im Monat kommen wir somit auf 6000 km und sind nach über 15 Jahren Fahrzeit schon über eine Million Kilometer gefahren. Pro Monat befördern wir ca. 900 Fahrgäste. Eine stolze Zahl, da wir am Anfang nur mit 200 Personen gerechnet hatten. Es gibt drei Frühschichten, vier Mittags- und vier Abendschichten. Eine Tour dauert 40 Minuten. Die Touren sind so getaktet, dass sie S-Bahn Anschluss haben. Das Projekt wird momentan von 31 ehrenamtlichen Fahrer/innen getragen. Es wird jeden Monat ein Dienstplan erstellt, in welchen weitestgehend die Fahrwünsche der Fahrer/innen eingetragen werden.

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Bild: Jens Nonnenmacher

Damit keiner der Fahrer/innen seine Dienstfahrt vergisst, wird er von einem Mitglied des Vereins am Abend zuvor angerufen. Das Besondere daran ist, dass unsere Anruferin mittlerweile 88 Jahre alt ist. Ein großer Teil der Fahrer/innen ist seit Beginn an dabei. Wir sind wie ein kleines Busunternehmen, das von Ehrenamtlichen geführt wird. In dieser Art ist es bisher deutschlandweit einzigartig. Ein für mich besonderes Erlebnis war die Einladung durch den damaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer auf die Grüne Woche im Jahre 2013. Der BBB wurde damals einem breiten Publikum vorgestellt.

Wie viele Mitglieder hat Ihr Verein und seit wann gibt es ihn?

Unser Verein hat 75 Mitglieder.

Was ist das Besondere an Ihrem Ehrenamt?

Das Besondere an diesem Ehrenamt ist, dass wir von Montag bis Freitag eine ehrenamtliche Arbeit leisten. Viele der Fahrer engagieren sich auch nebenher noch für den Verein, wie z.B. die Fahrzeugpflege. Wir tragen sehr dazu bei, dass die außerhalb liegenden Ortsteile der Gemeinde durch den BBB zusammengeführt werden. Das Ehrenamt verbindet somit Alt und Jung.

Was sollten die Menschen in Bayern zu Ihrem Verein noch wissen?

Unser Verein dient dem Zusammenhalt der Dorfstruktur, die in meinen Augen immer mehr auseinander geht. Wir haben monatlich ein Fahrertreffen, wo wir uns zum Austausch treffen. Die Themen des BBB sind da mittlerweile eher zweitrangig, vielmehr steht das Miteinander, das heißt sich zu sehen und zu unterhalten im Vordergrund.


 

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Zum nahenden Höhepunkt des Faschings wollen wir Euch die kommenden Tage eine besondere Form des Ehrenamts in Bayern vorstellen: Nämlich die Faschingsgesellschaften, -Zünfte, -Gilden und -Vereine in unserem Freistaat! Ab heute werden wir bis zum Aschermittwoch aus jedem Regierungsbezirk Bayerns jeweils einen ausgewählten Vertreter dieses Ehrenamtes vorstellen. So, nun genug der Worte und Vorhang auf für die Narrinen & Narren unserer Heimat!

Oberpfalz: FG. Tursiana Tirschenreuth e.V.

Frau Strobel, stellen Sie sich und die FG Tursiana Tirschenreuth zu Beginn doch kurz vor!

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Bild: Tursiana Logo

Nachdem es in Tirschenreuth früher schon mal ein „Faschingszugkomitee“ gegeben hatte, welches sich aber wieder trennte, wurde am 10.02.1976 die FG Tursiana Tirschenreuth e.V. gegründet! Zwei der Gründungsmitglieder sind aktuell noch immer aktiv mit dabei, worauf wir sehr stolz sind! Insgesamt haben wir derzeit über 260 Mitglieder und ca. 110 Aktive im Verein. Wir haben acht Tanzgruppen und drei Tanzmariechen, im Alter von drei Jahren bis Ü-50. Unser jährliches Highlight ist unser Galaabend, bei dem erstmals alle neuen Tänze und Kostüme vorgestellt werden, jede Garde arbeitet das ganze Jahr über darauf hin und ist für jeden etwas ganz Besonderes. Aber auch unser Lumpenball am Faschingssamstag, der Faschingsumzug am Faschingssonntag sowie unser Kinderfasching und ein Nachmittag, der ganz den Senioren gilt, sind fest in einer Session bei uns verankert. Hinzu kommen etliche Besuche bei befreundeten Gesellschaften, die wir immer wieder gerne wahrnehmen. Nicht zuletzt weil wir an diesen Veranstaltungen „einfach nur“ Gast sein und die Darbietungen genießen können. Der Beginn am 11.11. und das Ende am Aschermittwoch findet bei uns traditionell immer im Rathaus statt, wo das amtierende Prinzenpaar die Regentschaft der Stadt übernimmt bzw. wieder abgeben muss.

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Bild: Tursiana Tirschenreuth e.V.

Ich selbst habe vor 23 Jahren als Gardemädchen bei der Tursiana begonnen und habe dann nach 15 Jahren tanzen eine Trainerausbildung abgeschlossen. Seitdem trainiere ich eine unserer Jugendgarden. Ich bin im Elferrat tätig und seit acht Jahren gehöre ich der Vorstandschaft des Vereins als Schriftführerin an. Gekrönt wurde meine Zeit bei der Tursiana, als ich 2017 Prinzessin sein durfte. Man kann mehr oder weniger sagen: ich hab so einige Stationen durch, aber jede Einzelne macht sehr viel Spaß und Freude!

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Bild: Tursiana Tirschenreuth e.V.

Am 03. März findet der Faschingsumzug in Tirschenreuth statt. Seit wann bereiten Sie diesen schon vor?

Seit Ende Dezember laufen die Planungen für unseren Umzug, angefangen von den Einladungen für alle Teilnehmer und abschließen aller nötigen Versicherungen. Sämtliche Genehmigungen müssen eingeholt werden, der Faschingswagen aufbereitet, das Wurfmaterial muss besorgt werden, die Reihenfolge der Teilnehmer muss abgestimmt werden, es gibt so einiges zu tun.

Ehrenamtliches Engagement erfordert Zeit. Können die Tirschenreuther Narren auf das Wohlwollen ihrer Arbeitgeber bauen?

Zum Glück ja! Viele der Tirschenreuther Arbeitgeber sind selbst Faschingsbegeisterte oder gar im Verein, sodass sich beides im Großen und Ganzen gut organisieren lässt.

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Bild: Tursiana Tirschenreuth e.V.

Wie kommt man eigentlich dazu, sich in einer Faschingsgesellschaft zu engagieren und seinen Dienst zu tun, während alle anderen feiern?

Tatsächlich, denke ich, beginnt vieles in jungen Jahren als Tänzerin bzw. Tänzer. Wenn man die Gardemädchen in ihren Kostümen sieht, dann ist es ein Traum vieler Kinder selbst dabei sein zu können. Und wenn man einmal dabei ist und man Gefallen daran hat, dann bleibt man dabei und wächst so hinein. Oder man wird direkt hinein geboren, denn wenn die Eltern oder ein Elternteil aktiv dabei sind, dann geht das oft in den Nachwuchs über. Viele fangen als Tänzer/in an und übernehmen später ein Amt im Verein, egal ob als Trainerin oder im Elferrat. Wir im Verein haben das Glück, dass wir wirklich sehr viele engagierte Aktive haben und so bleibt für jeden trotzdem die Möglichkeit auch mal zu feiern ohne arbeiten zu müssen.

Was ist das Besondere an dieser Form des Ehrenamts?

Dass jeder, der im Fasching ehrenamtlich tätig ist, den Fasching im Blut hat. Ich kenne niemanden – egal ob bei uns oder in anderen Vereinen – der nicht mit Leib und Seele dabei ist und für den es einfach eine Freude ist!  

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Bild. Tursiana Tirschenreuth e.V.

An welchen Faschingsmoment denken Sie am liebsten zurück?

Ganz vorne mit dabei ist ganz klar meine Zeit als Prinzessin! Es ist der Traum eines jeden Gardemädchens und wenn dieser dann wahr wird – unbezahlbar. Ich durfte in dieser Zeit so viele Eindrücke sammeln und viele Menschen kennen lernen, da gibt es viele schöne Momente, an die ich sehr gerne zurück denke.

Laufen wir in Bayern Gefahr, ein Land der „Faschingsmuffel“ zu werden und wenn ja, wie können wir das verhindern?

Grundsätzliche glaube ich nicht, dass die bayerischen Einwohner Faschingsmuffel werden, ich glaube aber, dass es durch die vielen Auflagen immer schwerer werden wird, die Menschen dafür zu begeistern. Allein beim Faschingszug ist es deutlich zu erkennen, dass die Teilnahme immer rückläufiger wird – nicht zuletzt wegen den Auflagen die zu erfüllen sind. Man hört immer mehr von kleineren Städten und Gemeinden, dass z.B. die Umzüge nicht mehr stattfinden, weil es sich für die Vereine nicht mehr lohnt – oder weil die Teilnehmer an sich aufgrund der Auflagen nicht mehr bereit sind, Faschingswägen zu bauen.

 


Internetauftritt der Tursiana Tirschenreuth

 

Unterfranken: Turnverein Miltenberg 1862 e.V.

Herr Müller, stellen Sie sich und die Miltenberger Lachparade zu Beginn doch kurz vor!

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BIld: PI Miltenberg

Die Lachparade wurde im Jahre 2000 gegründet, auf dass hier in Miltenberg auch an den Faschingstagen ein Umzug mit anschließendem Faschingsbetrieb in den Kneipen gefeiert werden kann. Es waren damals 15 Personen im Orga-Team. Natürlich hat sich dies im Laufe der Jahre geändert und so sind wir heute auch noch 15 Personen, aber nicht mehr die, die von Anfang an dabei waren. Der Grund für den Personenwechsel im Orga-Team war wie folgt: Im Jahre 2012 trat der das damalige Orga-Team an uns heran und fragte nach, ob wir nicht dazu bereit wären, die Lachparade mit der freiwilligen Feuerwehr zu übernehmen?

Lachparade
Bild: Logo Lachparade

Wir in der Vorstandschaft diskutierten und sprachen uns dafür aus, dass wir dies so machen wollen. Also ist seit dem Jahre 2012 der TV Miltenberg zusammen mit der Unterstützung der freiwilligen Feuerwehr Ausrichter der Lachparade. Schirmherr ist die Stadt Miltenberg. Die Lachparade wird hier in Miltenberg sehr gut angenommen und bei gutem Wetter strömen hier bis zu 7000 Menschen zu uns. Der Umzug mit 15 Wägen und Fußgruppen ging früher durch die Altstadt, aber aus Sicherheitsgründen ist dies seit 2018 verboten und er verläuft nun entlang Mainstraße. Dieser neue Verlauf ist aber auch sehr gut angenommen worden.

Wie funktioniert das Zusammenspiel der verschiedenen Abteilungen Ihres Vereins beim Ausrichten der Lachparade?

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Bild: Logo TV Miltenberg

Bei den Abteilungen – 18 an der Zahl – wird nachgefragt, ob Helferbedarf besteht. Wir  brauchen beim Auf/Abbau und Durchführung am Faschingssamstag ca. 70 Personen. In den Getränkeständen wird in drei Schichten gearbeitet. Der Betrieb geht um 11.00 Uhr los und endet um ca.19:30 Uhr, dann folgt Aufräumen und Saubermachen. Die Personen im Orga-Team sind ehemalige Mitveranstalter unserer Bürgersitzung in Miltenberg, wie etwa das Männerballett oder die damalige Hilde Garde.

Welche Erfahrungen als Vorstand der Fußballabteilung sind bei der Organisation eines Faschingsumzuges nützlich?

Wir haben den Faschingsumzug sowie die anderen Parts im Orga-Team verteilt. Für den Umzug sind zwei Personen verantwortlich, diese schreiben umliegende Karnevalsvereine an, um bei unserer Lachparade am Umzug mitzuwirken. Die Polizei kümmert sich um die Wagenkontrolle, natürlich ist die Sicherheit sehr wichtig für uns. Security, Polizei, Absperrgitter, Krankenwagen, Johanniter usw. Wir können uns nicht erlauben, dass irgendetwas schiefgeht und haben die Sicherheit in den vergangenen Jahren auch durch mehr Absperrgitter bzw. Security erhöht. Bisher ist laut Polizeibericht und dem Roten Kreuz der Verlauf der Lachparade immer zufriedenstellend gewesen und so soll es auch bleiben.

Fasching: Leidenschaft von Anfang an oder wie kommt man zum Engagement in diesem Bereich?

Mir hat die bisherige Lachparade, ohne selbst aktiv mitzuwirken, immer Spaß gemacht. Seit wir nun aktiv als TV Miltenberg dies organisieren, freue ich mich persönlich schon ab Anfang September auf die Vorbereitungen zur Lachparade im kommenden Jahr. Wir im Orga-Team passen zusammen und es hat jeder seine Aufgabe, die er auch wahrnimmt. Es ist zwar nicht so einfach wie z.B. Sponsoren oder andere Karnevalsvereine zu gewinnen, aber es geht doch immer wieder etwas. Es wird dann ja auch noch nach Streuartikel geworben und ein Moderator wird ja auch noch gebraucht.

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Bild: PI Miltenberg

Was war die größte Herausforderung bei der Organisation der Miltenberger Lachparade?

Um solch ein Event zu organisieren, braucht man natürlich anpackende Helfer/innen. Nicht nur zehn, sondern 70 Personen. Und da war unsere Sorge „können wir so etwas stemmen?“. Aber wir haben es in der Vergangenheit immer geschafft und werden es auch in diesem Jahr wieder schaffen. Ich mache den Helfer/innenplan für den 2. März und dieser sieht bisher ganz gut aus. Natürlich gibt es ab September, dem Beginn der Planungen, viel Arbeit im Orga-Team und wir treffen uns regelmäßig zum Abgleich.

An welchen Faschingsmoment denken Sie am liebsten zurück?

Wenn ich so zurück blicke, dann ist die Lachparade jedes Jahr ein Highlight in unserer Kreisstadt. Schön war es im Jahre 2017, als uns das Bier ausging. Anruf hier, Anruf dort. Und doch gelang es uns, noch Bierfässer zu organisieren und durch die Menschenmasse an das Bierrondell zu liefern. Das Wetter war an diesem Tag super und wir hatten halt zu wenig Bier bestellt. Daraus lernt man. Zu viel ist immer besser, als zu wenig.

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Bild: PI Miltenberg

Laufen wir in Bayern Gefahr, ein Land der „Faschingsmuffel“ zu werden und wenn ja, wie können wir das verhindern?

Bei uns in Bayern, so glaube ich, laufen wir nicht Gefahr, ein Land von Faschingsmuffeln zu werden. Wenn ich so an unsere Lachparade denke, die natürlich vom Wetter abhängig ist, dann sind wir auf dem besten Wege, etwas für unsere Gesellschaft zu machen. Auch in den umliegenden Gemeinden hier wird in der Faschingszeit mit Sitzungen und Umzügen viel für die Gesellschaft getan. Natürlich sind wir keine Hochburg wie Mainz oder Köln, aber bei ca. 7000 Besuchern kann man auch nicht meckern.


Lachparade Miltenberg

TV Miltenberg 1862 e.V.

Schwaben: Narrenzunft Stadtbachhexen Memmingen 1996 e. V.

Herr Betz, stellen Sie sich und die Stadtbachhexen zu Beginn doch kurz vor!

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Bild: Rainer Betz

Mein Name ist Rainer Betz, 52 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, LKW-Fahrer, mittlerweile 18 Jahre bei den Stadtbachhexen, davon zehn Jahre in der Vorstandschaft und die letzten neun Jahre als 1. Zunftmeister.

Unser Verein trägt den Namen "Narrenzunft Stadtbachhexen Memmingen 1996 e. V." Momentane Mitgliederzahl 139, davon aktive, passive Mitglieder und 31 Kinder im Alter von 0 - 70 Jahren. Unser Verein hat sich die Pflege des Brauchtums zum Ziel gesetzt, so veranstalten wir alle zwei Jahre ein großes Fasnachtswochenende mit Guggenmusik-Sternmarsch, Narrenmesse (mit unserem vereinsinternen Hexenchor) und Dämmerumzug. Wir besuchen andere Vereine bei deren Veranstaltungen während der Fasnacht und pflegen viele freundschaftliche Kontakte während aber auch außerhalb der Saison.

Außerhalb der Fasnacht beteiligen wir uns an einigen Heimatfesten in unserer Stadt (Memmingen blüht, Einkaufen im Lichterglanz, etc.) oder unterstützen befreundete Vereine bei deren Veranstaltungen (u.a. FC Memmingen, ECDC "Gefro" Indians, Fischertagsverein). Natürlich kommt auch unser Vereinsleben über das Jahr hinweg nicht zu kurz, Vereinsausflüge (z. B. zum „BAYERN 3 Dorffest“), Grillabende oder gesellige Treffen finden jedes Jahr statt.

Was hat es mit Ihren Figuren Mau/Maufischer, Grüner Teufel und die Stadtbachhexe auf sich?

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Wie kamen Sie dazu, sich bei den Stadtbachhexen Memmingen zu engagieren?

Ich war schon immer ein Vereinsmensch, Fußballverein, Tanz-Club, und habe mich da auch sehr gerne engagiert. Als ein Bekannter von mir dann einen Faschingsball organisiert hat, kam er auf mich zu und fragte mich, ob es denn nicht machbar wäre, ein Männerballett, das wir in der Tanzschule mal als Einlage gemacht hatten, wieder einzustudieren. Das war dann der erste Schritt in die Fasnet. Als ich dann meine Frau kennengelernt habe, war diese bereits in einer Narrenzunft aktiv dabei. Nach der Geburt unseres ersten Kindes wollte sie wieder in der Fasnet dabei sein und da entschieden wir uns  für die Stadtbachhexen Memmingen. Und wie es dann halt oft so läuft, es macht riesigen Spaß, man engagiert sich und irgendwann wird man gefragt, ob man nicht doch etwas mehr Verantwortung übernehmen könnte/möchte, tja, und so kam ich in die Vorstandschaft, was bis heute immer noch riesigen Spaß macht.

Sie touren mit den Stadtbachhexen quer durch das Umland – wie ist das mit Familie und Beruf zu vereinbaren?

Mit der Familie ganz einfach, denn es sind alle mit ganz viel Herz und Seele dabei. Mit dem Beruf zum Glück auch, da ich einen sehr verständnisvollen Vorgesetzten habe, der alles, was irgendwie machbar ist, auch möglich macht.

An welchen Faschingsmoment denken Sie am liebsten zurück?

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Bild: Stadtbachhexen Memmingen

Vor vier Jahren haben wir von einem anderen Verein die Organisation für ein großes Event sehr kurzfristig übernommen (drei Monate vor dem Termin der Veranstaltung). Normalerweise hat man da mindestens sechs bis zwölf Monate Vorbereitungszeit und die Veranstaltung geht nur zwei Tage. Da wir aber bereits viele Zusagen hatten, machten wir drei Tage daraus. Als ich dann am Nachmittag des dritten Tages der Veranstaltung und einer Woche Aufbau eines großen Zeltes im Winter von einem Gast angesprochen wurde, was ich denn für mega-tolle Mitglieder in unserem Verein habe, die nach diesen riesengroßen Anstrengungen immer noch „sooo freundlich“ sind und „sooo gute Laune“ haben und das den größten Respekt verdient, da war ich nur noch mega stolz und es lief mir doch die eine oder andere Träne über die Wange. Ein tolles Team halt!

Inwiefern bindet Sie der Fasching auch in der Zeit zwischen Aschermittwoch und dem 11. November?

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Bild: Stadtbachhexen Memmingen

Das Motto in unserer Vorstandschaft lautet: "Nach der Fasnet ist vor der Fasnet". Es gibt `ne kurze Zeit zum Durchschnaufen, aber spätestens im April geht es ja schon wieder los mit Jahreshaupt-versammlung mit Wahlen im Verein und im Bayerisch-Schwäbischen-Fasnachtsverband, die ersten Einladungen zur nächsten Saison liegen schon wieder im Briefkasten, es beginnen die Vorbereitungen für die Bewirtung der Heimatfeste oder wir starten mit den Planungen für unsere eigene Veranstaltung, die im Zwei-Jahres-Rythmus durchgeführt wird. Dann veranstalten wir einen Info-Abend für interessierte neue Mitglieder, usw.

Laufen wir in Bayern Gefahr, ein Land der „Faschingsmuffel“ zu werden und wenn ja, wie können wir das verhindern?

Ein Land der "Faschingsmuffel“ wird Bayern wohl nicht werden, da in Bayern das Brauchtum, dazu gehört ja die Fasnet/Fasching, immer noch gepflegt wird und die Leute immer noch viel Spaß daran haben.

Aber man muss mittlerweile echt aufpassen, es wird für die Vereine immer schwerer und teilweise schon fast nicht mehr möglich, diese Veranstaltungen durchzuführen. Die ganzen Auflagen werden immer mehr, auch wir sind da vom finanziellen schon nahe an der Schmerzgrenze! Die Kosten für Rotes Kreuz, Feuerwehr, Sicherheitsdienst, usw. haben sich in den letzten vier Jahren bei uns z. B. mehr als vervierfacht. Dann kommen noch die Auflagen dazu. Da stehst Du als Vorstandschaft ja schon fast immer mit einem Bein im Gefängnis und überlegst schon, ob Du da den Antrag unterschreibst. Und dann kommen da noch die unterschiedlichsten Verbote, z. B. keine Bonbons, kein Konfetti, dies nicht, das nicht, da fehlt dann auch das, was den Zuschauern und Teilnehmern Spaß macht. Es wäre hier einfach mal wichtig, dass das Ehrenamt, ohne das auch in der Fasnet nichts mehr ginge, mehr unterstützt und gefördert werden würde und nicht durch immer mehr Auflagen, die teilweise sicherlich notwendig sind, immer noch "anstrengender" gemacht wird, denn dann könnte es durchaus passieren, dass sich auch da immer weniger Menschen engagieren!


Narrenzunft Stadtbachhexen Memmingen 1996 e.V.

Oberbayern: Faschingsgilde Vagen e.V.

Herr Meixner, stellen Sie sich und die Faschingsgilde Vagen e.V. zu Beginn doch kurz vor!

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Bild: Benedikt Meixner

Mein Name ist Benedikt Meixner, ich bin 29 Jahre alt, bin verheiratet, habe eine Tochter, arbeite als Einkäufer bei der Firma Salus Haus in Bruckmühl und ich bin erster Präsident der Faschingsgilde Vagen e.V.

Die Faschingsgilde Vagen ist ein gemeinnütziger Verein, der allerdings nur alle zwei Jahre im Fasching aktiv ist. Die Aktive Gruppe besteht aus dem 1. Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Hofmarschall, dem Prinzenpaar, der Garde, dem Elferrat, dem Trommler und den Fanfaren und unseren Hofnarren. Alle zwei Jahre haben wir im Fasching ca. 40 Auftritte im ganzen Landkreis Rosenheim und darüber hinaus. Die Garde startet ca. sieben Monate vor dem aktiven Fasching mit dem Training, um alle zwei Jahre sowohl einen schneidigen Marsch als auch eine fetzige Show zu präsentieren. Das Prinzenpaar wird meist zwischen Mai und Juni gefragt und startet ab dann mit den Vorbereitungen auf deren Regentenzeit.

Bis zu 15.000 Besucher kommen zu Ihrem Faschingszug. Wie erklären Sie sich diesen großen Zuspruch bei gerade einmal 1.600 Einwohnern?

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BIld: Logo FG Vagen

Zuerst ist zu erwähnen, dass der Vagener Faschingszug nur alle zwei Jahre stattfindet, nämlich immer im aktiven Faschingsjahr. Den großen Zuspruch erklären wir uns dadurch, dass wir uns darum bemühen, schöne Mottowägen und Fußgruppen zu haben und auch die Preise an den Verkaufsständen familienfreundlich zu gestalten. Wir legen sehr großen Wert auf Sicherheit und auf eine optimale Organisation der Veranstaltung. Ein großer Dank gilt hier der Polizei, der Vagener Feuerwehr, dem Roten Kreuz und auch allen anderen Hilfskräften an diesem Tag. Des Weiteren muss man erwähnen, dass unsere Dorfgemeinschaft sehr stark ist. Nur so ist es überhaupt möglich, eine solche Großveranstaltung alle zwei Jahre auszurichten.

Von der Feuerwehr, über den Sportverein bis hin zum Löwenfanclub - wie stimmen Sie sich beim Umzug mit den anderen ehrenamtlichen Organisationen vor Ort ab?

Wir legen bei uns am Faschingszug großen Wert darauf, dass all unsere Ortsvereine die Möglichkeit haben, einen Verkaufsstand zu machen. Wir wollen keine rein kommerziellen Verkaufsstände, sondern wollen hier den Ortsvereinen die Möglichkeit geben, ein bisschen Geld für die Vereinskasse zu verdienen. Die Abstimmung der einzelnen Verkaufsstände machen wir bereits mehrere Wochen vor dem Faschingszug, indem wir alle Vereine an einen großen runden Tisch zusammenholen und alles offen und ehrlich besprechen. Hier legen wir auch gemeinsam die einheitlichen familienfreundlichen Preise fest.

Auch Ihre Gilde hat ein Prinzenpaar. Wie kann man sich den diesbezüglichen Auswahlprozess vorstellen oder anders gefragt, wie wird man Faschingsprinzessin/-prinz?

Unser diesjähriges Prinzenpaar heißt Prinzessin Christina II. & Prinz Michael IV.

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Bild: FG Vagen

Das Auswahlverfahren ist relativ einfach erklärt. Im Mai vor jedem aktiven Fasching setzen sich die beiden Präsidenten und der Hofmarschall zusammen und besprechen die möglichen Prinzessinnen und Prinzen. Dabei werden mehrere Faktoren berücksichtigt, z.B. wer schon viel für unsere Gilde getan hat und auch wer am besten in unsere Gruppe passt. Am Ende legen wir uns zusammen fest, wer dann von uns gefragt wird. Diese ehrenvolle Aufgabe übernehme ich dann als erster Präsident. Beide werden unabhängig voneinander gefragt und bekommen dann natürlich ein wenig Bedenkzeit, weil sehr viel Arbeit und auch finanzieller Aufwand dahinter steht. Wenn das Prinzenpaar dann zugesagt hat, werden kurz danach die Eltern bei einem gemeinsamen Essen überrascht und dann in das Geheimnis eingeweiht. Wir versuchen ab diesem Zeitpunkt nur ganz wenige Personen in das Geheimnis einzuweihen, sodass die Präsentation am 11.11. eine Überraschung darstellt.

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Bild: FG Vagen

Ist Ihr Engagement als erster Präsident mit Familie und Beruf gut zu vereinen?

Aus meiner Sicht ist das Ehrenamt sowohl mit der Familie, als auch mit dem Beruf nur dann zu vereinen, wenn beide "Parteien" mitspielen. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich eine Frau habe, die selbst jahrelange als Gardemädchen in unserer Faschingsgilde aktiv war und auch nach ihrer aktiven Zeit als Trainerin der Garde mithilft. Gerade diesen Fasching hatten wir eine besondere Situation, weil unsere Tochter mitten im Fasching, Ende Januar, zur Welt gekommen ist. Während dieser Zeit hatte ich die volle Unterstützung von meinem Vizepräsidenten Karl Ellmayer und auch der gesamten aktiven Truppe. Meine Frau steht zu hundert Prozent hinter mir und der Faschingsgilde Vagen, worüber ich sehr glücklich bin. Und auch in meiner Arbeit wissen alle über mein Ehrenamt Bescheid und unterstützen mich nach Kräften. Gerade meine Kollegen haben sich schon darauf eingestellt, dass ich alle zwei Jahre immer zwei Wochen Urlaub im Fasching brauche.

An welchen Faschingsmoment denken Sie am liebsten zurück?

Einen speziellen Moment zu finden ist äußerst schwierig, weil es in den vergangenen Jahren so viele schöne Momente im Vagener Fasching für mich gab. Jedoch werden mir immer zwei Erlebnisse besonders in Erinnerung bleiben. Im Jahr 2015 hatte unsere Faschingsgilde das 50-jährige Jubiläum und ich war damals noch Vizepräsident. In diesem Jahr waren wir bei unserem Ministerpräsidenten Horst Seehofer zum Empfang am unsinnigen Donnerstag in der Staatskanzlei eingeladen, was für uns eine sehr große Auszeichnung und Ehre war. Einen Tag später hatten wir dann unseren Jubiläumsball, bei dem wir alle ehemaligen Prinzessinnen, Prinzen und Präsidenten eingeladen hatten um sie auf der Bühne würdigen. Es war schon beeindruckend, wie viele Mitglieder unserer Einladung gefolgt waren. Das absolute Highlight bei dieser Veranstaltung war, als unser Erster Prinz aus dem Jahre 1965 unter tosendem Applaus auf die Bühne kam. Die ganze Festhalle würdigte das mit stehenden Ovationen. Ein absoluter Gänsehautmoment!

Laufen wir in Bayern Gefahr, ein Land der „Faschingsmuffel“ zu werden und wenn ja, wie können wir das verhindern?

In unserer Region kann ich keinen Trend erkennen. Vor allem in unserem Dorf zeigen wir alle zwei Jahre, wie sehr Fasching bei uns noch gelebt wird.

Mittelfranken: FG AlZiBib Markt Bibart

Herr Wittmann, stellen Sie sich und Ihre Faschingsgesellschaft zu Beginn doch kurz vor!

Bereits im Jahre 1969 traf sich regelmäßig eine Gruppe faschingsbegeisterter Markt Bibarter mit dem Ziel, den Fasching wieder neu zu beleben. Diverse Kappenabende und Umzüge gab es bereits früher schon. Nun schon seit 91 Jahren gibt es jedes Jahr einen Faschingsumzug am Faschingssonntag. 1975 wurde dann die Faschingsgesellschaft AlZiBib Markt Bibart gegründet. Seitdem finden jährlich bis heute folgende Aktivitäten der AlZiBib statt: drei Prunksitzungen (mit ausschließlich eigenen Aktiven und Aktiven von befreundeten Gesellschaften), einen Kinderfasching, Durchführung des Weiberfaschings, Sitzung im Altenheim, einen Faschingsgottesdienst im Kloster Schwarzenberg und seit 91 Jahren eben auch den Faschingsumzug mit über 1000 mitwirkenden Umzugsteilnehmern. Highlight war unter anderem im letzten Jahr die Sendung „Franken Helau“, die in Markt Bibart aufgezeichnet wurde. Des Weiteren findet ein Oktoberfest der AlZiBib statt.

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Bild: AlZiBib Markt Bibart

Unser aktueller Mitgliederstand befindet sich gerade bei 430 Mitgliedern, von denen ca. 120 Kinder und Jugendliche in Aktion sind. Die AlZiBib hat eine Prinzengarde, Jugendgarde, Kindergarde, Tanzmäuse, eine Jugendgruppe „Wilde  Jungs“, ein Männerballett, Weiberfasching und viele Bütten- und Nachwuchsbüttenredner. Dazu einen 24-köpfigen Elferrat, der ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens ist, denn jeder Einzelne repräsentiert diesen Verein nach außen. In der Session 2019/20 feiern wir dann unser großes 44 jähriges Jubiläum mit vielen Aktivitäten und Feierlichkeiten für alle.

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Bild: AlZiBib Martk Bibart

Was hat es mit Ihrem Narrenruf „Alzi bib“ auf sich?

Der Vater des Namens „AlZiBib“ ist unser Ehrensenator Horst Hülsenbeck. In der Saison 1975/76 gab es eine Bütt von ihm, die den Namen „AlZiBib“ erklärte und wie er zustande kam. In der Kurzfassung sind dies die Namen der Marktgemeinde Markt Bibart (Bib), der Ortsteile Altmannshausen (Al) und Ziegenbach (Zi). So entstand der Name AlZiBib.

Haben Sie den Fasching bereits mit der Muttermilch aufgesogen oder wie kommt man zum Engagement in diesem Bereich?

Das kann man so sagen, der Faschingsumzug war schon von Kindesbeinen an das Highlight des Jahres für mich. Da die Route des Faschingszuges direkt vor der Haustüre meines Elternhauses vorbei geht, ist es wohl normal, dass das Mitwirken am Umzug schon im Blut liegt. Die „Karriere“ in der AlZiBib begann dann erst durch die Heirat der damaligen Pagin, heutigen Sitzungspräsidentin Sabine. 2005 folgte die Aufnahme als Elferrat, 2007 dann Prinzenpaar, seit 2011 bin ich 2.Vorstand dann seit 2012 1. Vorstand der Faschingsgesellschaft AlZiBib Markt Bibart.

Was war die größte Herausforderung bei der Organisation einer Veranstaltung?

Die Herausforderung werden in der heutigen Zeit immer größer, um die großen Veranstaltungen Prunksitzung und vor allem den Faschingsumzug zu organisieren und durchzuführen. Aufgrund der immer größer werdenden Auflagen und Vorschriften, die es einzuhalten gilt, wird jede Veranstaltung zu einer riesen Verantwortung. Die größte organisatorische Herausforderung war die Fernsehsitzung „Franken Helau“. Die Zusammenarbeit mit dem BR und den ausrichtenden Vereinen aus Markt Bibart, Ipsheim und Emskirchen gestaltete sich jedoch erfolgreich, wie man der Sendung dann auch anmerkte.

An welchen Faschingsmoment denken Sie am liebsten zurück?

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Bild: AlZiBib Markt Bibart

Der schönste Moment war nach einer Prunksitzung, als ein Mädchen aus der Kindergarde nach der Sitzung zu mir gekommen ist und gesagt hat, dass es ein wunderschöner Abend war und sie ganz, ganz viel Spaß beim Tanzen habe und morgen wieder kommen wolle. Für diesen Nachwuchs machen wir das.

Was ist das Besondere an Ihrer Form des Ehrenamts?

Das Besondere an der Arbeit als Vorstand der AlZiBib ist der gute Zusammenhalt im Verein. Hier greifen Jung und Alt ineinander, denn wir haben alle das gleiche Ziel. Jede Aufgabe mit so vielen unterschiedlichen Menschengruppen zu meistern und jeden den Spaß an der Sache zu vermitteln, das ist das, was unser Ehrenamt ausmacht. Die Jugend für die Vereinsarbeit zu begeistern und eben auch damit die Zukunft zu sichern, so ist Vereinsarbeit, die das ganze Jahr über andauert, sehr vielfältig und auch umfangreich. Langweilig wird es einem bestimmt nicht.

Laufen wir in Bayern Gefahr, ein Land der „Faschingsmuffel“ zu werden und wenn ja, wie können wir das verhindern?

Das sehe ich mit gespaltenem Befinden. Auf der einen Seite ist Fasching, also Frohsinn und Heiterkeit, ein Gut, das wir uns erhalten müssen. Aber in dieser kurzlebigen Zeit wird oft nicht viel Wert auf Originalität und fundierte Grundlagen gelegt. Jeder möchte sich auf eine schnelle Weise bespaßen lassen und die Gesellschaft wird auch jeden Tag durch die Medien auf diese Art versorgt. Daher ist es für uns wichtig, die Menschen wieder für den wahren Ursprung des Faschings zu begeistern. Wir in Markt Bibart haben, darüber sind wir sehr froh,  ein super Publikum, das unsere Art von Fasching sehr gut findet und dies auch deutlich honoriert. Wir machen Fasching für Jeden von Groß bis Klein und so soll es noch viele Jahre sein.


Internetseite der FG AlZiBib Markt Bibart                   

 

 

 

 

        

Niederbayern: Fidelia Zwiesel von 1892 e.V.

Frau Körner, stellen Sie sich und die Fidelia von 1892 e.V. zu Beginn doch kurz vor!

FideliaMein Name ist Annika Körner, ich bin 28 Jahre alt und bin seit diesem Jahr 1. Vorsitzende des Zwiesler Faschingsvereins Fidelia von 1892 e.V. Neben mir gibt es noch drei weitere Mädels im Vorstand (Christina Seemann, 2. Vorsitzende / Tatjana Bartl, Kassierin / Sabrina Schötz, Schriftführerin). Wir sind damit der erste rein weibliche Vorstand des Vereins. Leider war unser Verein bis zum letzten Jahr seit fast zehn Jahren nicht mehr aktiv im Fasching tätig – es fehlt einfach eine große Veranstaltungshalle in der Stadt.

Daher ist die Fidelia gerade erst wieder am „aufwachen“ und wir haben dieses Jahr mit kleineren Veranstaltungen, einem Senioren- sowie einem Kinderfasching, begonnen.

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Bild: Fidelia von 1892

Den Verein aufzulösen war für den ehemaligen Vorstand keine Option, da die Fidelia nun bereits seit über 120 Jahren existiert. Mit dem neuen Vorstandsteam wollen wir die Geschichte der Fidelia nun weiterschreiben. Wir sind in der Tat sehr stolz auf die lange Historie, auf die wir zurückblicken dürfen und die unseren Verein prägt.

 

Nicht viele Vereine können auf solch ein stolzes Gründungsdatum zurückblicken. Ist so eine lange Historie förderlich oder hinderlich für das Entwickeln eigener Ideen?

Die Historie hindert uns auf keinen Fall daran, eigene Ideen einzubringen. Natürlich können wir auf eine lange Liste an Tipps zurückgreifen und sind damit in der komfortablen Lage, auch die Erfahrungen und die Ideen unserer Vorgänger zu nutzen, sie weiterzuentwickeln oder die Dinge in einer bestimmten Weise anzupacken, „weil wir es schon immer so gemacht haben“.

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Bild: Fidelia von 1892

Trotzdem wird man nicht einfach nur Vorstand oder Mitglied eines Faschingsvereins, um Altes wieder aufleben zu lassen. Gerade das Einbringen neuer Ideen – von der Deko, über ein spannendes Motto bis hin zu lustigen Einlagen – macht doch das Faschingsvereinsleben erst aus.

Außerdem ändern sich ja auch die Gegebenheiten rund um den Fasching. Früher gab es einen großen Veranstaltungssaal in der Stadt, den wir nutzen konnten. Auch dafür müssen wir heute Alternativen finden. Mit neuen Herausforderungen braucht man neue Ideen und Kreativität. Eigene Ideen, ob durch Veränderungen im Umfeld oder dem Wunsch nach Veränderungen, sind für einen Faschingsverein elementar.

Hat Ihre Faschingsgesellschaft einen eigenen Narrenruf oder was ist für die Fidelia charakteristisch?

Wenn ois vogehd, d’Fidelia steht!“ – In bestem niederbayerisch :-)

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Bild: Fidelia von 1892

Diesen „Schlachtruf“ haben wir schon seit ich denken kann, er gehört fest zur Fidelia und es stand nie zur Debatte, hier etwas Neues einzuführen.

Wie kamen Sie dazu, sich bei der Fidelia zu engagieren?

Ich war schon mit 15 das erste Mal im Einlagenteam der Fidelia dabei. Die großen Bälle und die liebevoll gestalteten Bühnenbilder haben mich sofort in den Bann gezogen. Später war ich dann auch in der Prinzengarde, jedoch bald schon ohne richtiges Prinzenpaar. Und dann ist der Fasching leider eingeschlafen.

Seit drei Jahren organisiere ich mit einem kleinen Team unseres Sportvereins (TV Zwiesel von 1886 e.V.) einen Faschingsball pro Jahr. Dabei hat mich das Faschingsfieber erneut gepackt und ich hatte Lust, wieder mehr Veranstaltungen nach Zwiesel zu bringen.

Viele Bereiche des Ehrenamts haben mit Nachwuchssorgen zu kämpfen – auch Ihre Faschingsgesellschaft?

Wie unsere Historie gezeigt hat, ist auch für die Fidelia dieses Thema ein kritischer Faktor gewesen. Wir hatten lange Jahre denselben Vorstand, eine Nachfolge hat sich bis zum letzten Jahr nicht gefunden. Natürlich ist es nicht einfach eine neue Generation für etwas Traditionelles zu begeistern. Im Moment sehen wir uns dieser Gefahr allerdings nicht entgegen, da wir als doch relativ junger Vorstand auch ein paar Freunde und Bekannte für den Verein begeistern konnten. Wie sich der Verein weiterentwickelt, kann schlussendlich nur die Zeit zeigen. Aber wir glauben fest daran, dass wir auch junge, engagierte Leute wieder mehr für den Fasching und die Fidelia begeistern können.

An welchen Faschingsmoment denken Sie am liebsten zurück?

Einen Faschingsmoment zu nennen ist sehr schwierig, da ich viele schöne Erinnerungen an die aktive Zeit der Fidelia habe. Zwei meiner Highlights kann ich aber trotzdem berichten.

Zum einen: Die Tradition des Faschingsdienstags am Ende des Tages war der emotionale Höhepunkt der Saison. Das Gefühl, wenn sich alle zu „Angels“ von Robbie Williams in den Armen liegen, ist einfach unbeschreiblich und absolut einmalig.

Das zweite Highlight: Mein absolutes Lieblingsmotto bisher war „Fluch der Karibik“.

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Bild: Fidelia von 1892

Ich durfte einen der bösen Piraten spielen. Untermalt von der Musik aus dem Kinofilm kamen wir dann mit unserem pompösen selbstgebauten Schiff auf die Bühne. Der absolute Gänsehautmoment für mich war dann, als wir uns zum Schwarzlicht Skelett-Masken und Handschuhe angezogen haben und damit durchs Publikum schlichen – ein unvergesslicher Augenblick.

Laufen wir in Bayern Gefahr, ein Land der „Faschingsmuffel“ zu werden und wenn ja, wie können wir das verhindern?

Faschingsmuffel sind wir in Bayern auf keinen Fall! Ja, die Zeiten haben sich etwas geändert, es gibt mittlerweile viele Unterhaltungsmöglichkeiten von zuhause aus. Das ist bequem und kostet weniger Zeit und Geld.

Ich glaube aber nicht, dass die Leute deswegen weniger am Fasching interessiert sind. Der Anspruch mag gestiegen sein und es ist an uns Faschingsvereinen hier kreativ zu sein und den Leuten etwas zu bieten. Wie vorhin schon erwähnt, wenn sich die Gegebenheiten verändern, muss man darauf reagieren. Aus dem eigenen Umfeld und auch aus Erzählungen von Kollegen und anderen Vereinen kann ich sicher sagen: die fünfte Jahreszeit – der Fasching – ist nach wie vor eine feste Tradition in Bayern. Und wer möchte schon gerne auf all die leckeren Faschingskrapfen verzichten, die es momentan wieder gibt :-)

In diesem Sinne: Wenn ois vogehd, d’Fidelia steht.

Oberfranken: Kroniche Fousanaocht 1964 e.V.

Herr Böhm, stellen Sie sich und den Kroniche Fousanaocht 1964 e.V. zu Beginn doch kurz vor!

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Bild: Kroniche Fousanaocht

Die Kroniche Fousanaocht 1964 e.V. scheint ein noch recht junger Verein zu sein – immerhin wurde sie erst im Juni 2014 als Verein gegründet. Tatsächlich sind die Narren in Kronach aber schon seit 55 Jahren aktiv.

Im Winter 1962/63 wurde die Narretei nach Kronach gewissermaßen importiert. Importeur war ein gewichtiger Arbeiter, Helmut Arbeiter, der den Karneval aus seiner Heimatstadt Viersen in seine neue Heimat Kronach kurzerhand mitnahm. Nach einem Probelauf im „stillen

Kämmerchen“ des Kronacher Klosterkellers 1963 startete das große „Projekt FKK“ (Festausschuss Kronacher Karneval) mit dem ersten Büttenabend in Kronacher Schützenhaus im Frühjahr 1964. Seitdem ist viel Wasser die drei Kronacher Flüsse hinabgeflossen, viele Kronacher haben das Narrenschiff bestiegen und sind eine oft weite Strecke auf ihm gefahren.  Aus einem Büttenabend wurden bis zu sechs in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. In den 55 Jahren fanden 153 Büttenabende statt, vom 1978 bis 2004 im Vereinshaus, vorher und bis heute im Schützenhaus. Nur zweimal mussten die Büttenabende ausfallen – 1969 und 1991. Dazu kommen 19 Kinderbüttenabende, die seit dem Millenniumsjahr 2000 den närrischen Nachwuchs in Kronach befeuern. 53 Prinzenpaare führten das Kronacher Narrenvolk durch die närrische Session, die vom 11.11. bis zum Aschermittwoch dauert. Bei bis zu 25 Faschingsbällen und zehn weiteren Tanzveranstaltungen in der Session 1979/80 und vielen weiteren Auftritten in Firmen, Kindergärten, Senioren- und Pflegeheimen und bei Faschingsveranstaltungen von Vereinen braucht man da schon eine gewisse Kondition. Sieben Kanzler und eine Kanzlerin wachten dabei stets über die Termine des Prinzenpaares und betreuten diese bei ihren Auftritten. Über 100 Elferräte sorgten sich, angeführt von sieben verschiedenen Präsidenten, um das Wohl des närrischen Volkes und den Kurs des Narrenschiffes. Die Zahl der Aktiven auf und unter Deck lassen sich nur schätzen – aber alles in allem dürften es über 1000 junge und alte Narren sein, die jedes Jahr Heiterkeit und Frohsinn in die Mauern der alten Cranaha bringen. Die jüngsten beim Kinderbüttenabend kommen dabei aus dem Kindergarten, die ältesten steigen auch im Rentenalter noch in die Bütt, um dem Besucher den närrischen Spiegel vorzuhalten.

Was hat es mit Ihrem Schlachtruf "Kronich Feuedunnekeil" auf sich?

Das „Feuedunnekeil“ ist ein alter Ausruf der Flößer, die bis ins 20. Jahrhundert das Holz vom Frankenwald aus bis an die Nordsee flößten. Die Bedeutung kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem, in welchem Zusammenhang es gebraucht wird. Von einem ungläubigen Ausdruck des Erstaunens („Feuedunnekeil wo woar denn des?“) über die Bezeichnung für einen gewieften Zeitgenossen („Is des de a Feuedunnekeile!“) bis hin zu einem derben Flößerfluch („Feuedunnekeil nuch amol nei!“) kann es alles bedeuten. Für uns ist es ein Schlachtruf geworden, der uns mit unserer Heimat verbindet und uns von dem in Franken gängigen „Helau!“ deutlich unterscheidet.

Fällt es in heutigen Zeiten schwer, junge Leute angesichts anderer „Verlockungen“ durch Smartphones und Spielekonsolen für den Fasching zu begeistern?

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Bild: Kroniche Fousanaocht

Die Begeisterung für die Fousanaocht kommt sicher vor allem durch das Mittun! So haben wir bereits im Jahr 2000, also lang vor der landesweiten Verbreitung des Smartphones, angefangen, mit einem speziellen Kinderbüttenabend den närrischen Nachwuchs zu pflegen. Dies gelingt uns sehr gut und wurde von den umliegenden Ortschaften inzwischen mehrfach kopiert. Unverzichtbar für ein Gelingen und den Erfolg der Fousanaocht ist dabei nicht zuletzt die großartige Nachwuchsarbeit, die die vielen Vereine leisten, die sich bei uns an den Büttenabenden und allen anderen Aktivitäten beteiligen.

Wird einem das Narrentum in die Wiege gelegt oder wie kommt man zum Engagement in diesem Bereich?

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Bild: Kroniche Fousanaocht

Wie man ein richtiger Narr wird, dazu gibt es sicher viele verschiedene Wege. Einem Großteil unserer Aktiven ist die Narretei sicher mit in die Wege gelegt worden. So stammt z.B. unsere diesjährige Prinzessin aus einem wahrlich närrischen Haus: Ihre Großeltern waren vor genau 50 Jahren Prinzenpaar in Kronach, ihr Großvater dann viele Jahre Sitzungspräsident, ihre Eltern sind in vielen Funktionen auf und hinter der Bühne seit Jahrzehnten aktiv, die Schwester war vor einigen Jahren ebenfalls Prinzessin und sie selbst ist seit ihrem dritten Lebensjahr als Tanzmariechen und in der Garde aktiv. Es gibt aber auch immer wieder „Quereinsteiger“, die z.B. als Prinzenpaar in die Fousanaocht kommen und dann ihren Platz finden.

An welchen Faschingsmoment denken Sie am liebsten zurück?

Für mich persönlich war sicher meine Regentschaft als Prinz im Jahr 1982 ein Höhepunkt. Seitdem bin ich in der Fousanaocht aktiv, hier seit Jahren mit meiner Band vor allem die Live-Musik am Büttenabend zuständig, und seit fünf Jahren der Präsident des Vereins. Auch diese Wahl war sicher ein Höhepunkt meiner Fousanaochts-„Karriere“!

Was ist das Besondere an Ihrer Form des Ehrenamts?

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Bild: Kroniche Fousanaocht

Das Besondere ist sicher das, was viele gar nicht wahrnehmen. Für uns Fousaanochter ist am Aschermittwoch eben nicht alles vorbei, sondern es geht gleich wieder los! Das Ende der Session ist immer zugleich der Startschuss für die neue Session und die Planungen laufen spätestens ab Ostern wieder auf Hochtouren. Fousanaocht ist für mich also nicht vom 11.11. bis Aschermittwoch, sondern auch die restlichen Zeit des Jahres – nur der rote Frack bleibt in dieser Zeit im Schrank!

Laufen wir in Bayern Gefahr, ein Land der „Faschingsmuffel“ zu werden und wenn ja, wie können wir das verhindern?

Ich denke nicht, dass das ein bayerisches Problem ist. Vielmehr ist das, was Karneval, Fasching oder Fousanaocht ausgemacht hat – wie so vieles andere auch – inzwischen das ganze Jahr verfügbar. Zu jeder Jahreszeit können Sie im Fernsehprogramm Sendungen finden, in denen das passiert, was vormals in der Zeit des Faschings passiert ist: Dem anderen wird der Spiegel vorgehalten, er wird durch den Kakao gezogen und die Kleinen dürfen mal ganz groß sein. Das hat dazu geführt, dass vieles einfach austauschbar geworden ist.

Zudem fehlt gerade in Franken die Tradition einer Straßenfousanaocht, wie man sie z.B. im Rheinland kennt. Bei uns findet die Fousanaocht vor allem im Saal statt und wenig in der Öffentlichkeit, was natürlich zu einer ganz anderen Wahrnehmung in der Gesellschaft führt. Ansonsten würde ich nicht sagen, dass die Franken oder die Bayern mehr Faschingsmuffel sind, als Menschen aus anderen Gegenden. Faschingsmuffel gibt es sicher überall und damit können wir gut leben. In Kronach hat die Fousanaocht schon seit 55 Jahren ein Motto, mit dem sicher alle leben können: Allen zur Freud – keinem zum Leid! Feuedunnekeil!


 

21. Februar 2019: Zum Internationalen Tag der Muttersprache

Seit nun mehr 19 Jahren wird am 21. Februar der Internationale Tag der Muttersprache begangen. Weltweit sind ca. die Hälfte aller Sprachen vom Aussterben bedroht und auch in Bayern haben sich ehrenamtliche Netzwerke zum Erhalt der deutschen Sprache bzw. der bairischen Mundart gegründet. Exemplarisch für diese besondere Form des Ehrenamts wollen wir zwei Vereine vorstellen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die eigene Sprache zu schützen und weiter zu fördern. Für Südbayern stand uns der Verein „Bayerische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e. V.“, für Nordbayern die Regionalgruppe des Vereins Deutsche Sprache Rede und Antwort.  

Logo Bairische Sprache
Bild: Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e.V.

Herr Mörtl, stellen Sie sich bitte kurz vor!

Mein Name ist Rudolf Mörtl, ich bin 75 Jahre alt und verheiratet. Ich bin in Traunstein aufgewachsen und dort in die Schule gegangen. Nach dem Bauingenieurstudium an der TU München war ich bei der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung tätig. Seit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben bin ich mit sieben Enkelkindern, Haus und Garten, Bergsteigen, mehreren Bienenstöcken und unserem Verein ausreichend beschäftigt. Ich bin seit 2004 Vorsitzender des Vereins.

Rudolf Mörtl
Bild: Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e.V.

Wie lange gibt es den Verein und wann sind Sie beigetreten?

Der Verein wurde im März 2001 gegründet und ich war eines der 28 Gründungsmitglieder. Der Verein hat seinen Sitz in Traunstein und das Vereinsgebiet umfasst die Landkreise Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf ganz oder teilweise. Wir haben zurzeit etwa 830 Mitglieder.

Was sind die Ziele des Vereins?

Unsere Bairische Sprache erfährt, genau wie alle anderen deutschen Regionalsprachen und Dialekte einen starken Rückgang und es ist nicht auszuschließen, dass sie in den nächsten Jahrzehnten weitgehend verschwindet. Wir wollen möglichst viel davon als Umgangssprache erhalten.

Warum wollen Sie das Bairische erhalten, was ist das Besondere daran?

Bairisch hat sich im Lauf von mehr als 1000 Jahren entwickelt, das Schriftdeutsche ist dagegen nur etwa 300 Jahre alt. Bairisch ist mehr als ein Mittel zur Verständigung, es ist ein Fingerabdruck unserer mehr als 1500jährigen Geschichte und entspricht der Mentalität der Leute dieses Landes, unsere Sprache ist direkt, lebendig und bildhaft und authentisch. Es ist unsere Sprache, die uns unverwechselbar macht.

Wie wollen Sie Ihre Ziele zu erreichen?

Bairisch wird zwar von Außenstehenden als  sympathisch empfunden, von der eigenen Bevölkerung aber oft wenig geschätzt. Wir versuchen, unsere Sprache aufzuwerten und ihr Ansehen zu verbessern und veranstalten dazu Vorträge mit Sprachwissenschaftlern wie Prof. Rowley dem Leiter des „Bayerischen Wörterbuches“ bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Wir berichten in der Tagespresse über aktuelle sprachliche Themen, z. B. anlässlich des „Tages der Muttersprache“ und suchen die Zusammenarbeit mit der Politik und den Ministerien, um die Voraussetzungen für den Erhalt der Sprache z. B. im schulischen Bereich zu verbessern.
Fachliche Vorträge, z. B. über „König Ludwig I.“ halten wir auf bairisch und zeigen damit, dass diese Sprache auch den Anforderungen eines Fachvortrages genügt und nicht nur denen eines Wirtshausgespräches.
Wir geben die Zeitschrift „Bairische Sprache“ heraus, sie erscheint vier Mal im Jahr mit einer Auflage von 2000 Stück. Darin behandeln wir sprachliche Themen wie und verteilen diese bei unseren Mitgliedern und in der Öffentlichkeit.
Auf Märkten, sind wir oft mit einem Informationsstand vertreten und werben für unseren Verein und unsere Sprache.

Am Infostand
Bild: Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e.V.

Hat so ein Ehrenamt neben der vielen Arbeit auch erfreuliche Seiten?

Es gibt gewisse Erfolge und die sind auf jeden Fall erfreulich, dazu gehört z. B. dass das Kultusministerium dem Bairischen und den Dialekten allgemein wieder einen Platz in den Schulen eingeräumt hat.
Für mich war die Beschäftigung mit der Sprache völliges Neuland, mit dem ich mich erst einmal befassen musste. Dabei habe ich Fachleute kennengelernt und von denen vieles lernen können.
Ganz überraschend haben wir Leserbriefe aus Wales, dem Elsass und von einer in Deutschland lebenden Spanierin bekommen und dadurch einiges über die Sorgen anderer Sprachminderheiten erfahren. Ich habe durch die Vereinsarbeit viel dazugelernt.

Gibt es etwas, was Sie den Menschen in Bayern über Ihren Verein sagen möchten?

Wir finanzieren uns über die Mitgliedsbeiträge und die sind mit 15 € im Jahr sehr bescheiden. Förderungen von staatlicher Seite bekommen wir nicht, jedes neue Mitglied verbessert unsere finanzielle Lage und ist für uns eine moralische Unterstützung.
Bairisch wird es geben, solange die Leute auf der Straße bairisch reden. Das könnte aber bald vorbei sein und dann ist diese Kulturgut unwiederbringlich verloren
Drum: Leit redts boarisch!


Der Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e. V. ist zu erreichen unter
Tel. 0861/14306
Mail: kontakt@sprache.bayern
Internet: www.sprache.bayern
Postanschrift: Obere Bichlstr. 5
                       83278 Traunstein


 

Logo
Bild: Verein Deutsche Sprache e. V., Regionalgruppe Mittelfranken

Stellen Sie sich bitte kurz vor. Was ist Ihre Funktion?

Mein Name ist Annette Scheil, Jahrgang 1956, ich bin verheiratet und Regionalleiterin der Region Mittelfranken des Verein Deutsche Sprache e.V., der seinen Hauptsitz in Dortmund hat.

Annette Scheil
Bild: Verein Deutsche Sprache e. V., Regionalgruppe Mittelfranken

Wie lange sind Sie schon dabei?

Mitglied im Verein Deutsche Sprache bin ich seit 2002, die Regionalleitung habe ich 2013 übernommen.

Was macht Ihr Verein genau?

  • Wir wollen, dass Deutsch als moderne Kultursprache erhalten und gefördert wird.
  • Wir wollen, dass die Werbung uns in unserer Sprache anspricht. Wir empfinden es als brüskierend, wenn wir ständig mit Wörtern wie „Sale“ oder „Outlet“ belästigt werden
  • Wir wollen, dass die reguläre Sprache der Lehre und Forschung in unseren Universitäten die bewährte Wissenschaftssprache Deutsch sein muss.
  • Wir protestieren gegen die Verhunzung unserer Sprache durch schlechte Werbung und rücksichtslose Wirtschaftsunternehmen.
  • Wir drängen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf eine feste Stellung und vorbildliche Nutzung der deutschen Sprache und wir zeichnen den guten Umgang mit der deutschen Sprache durch zahlreiche regionale und bundesweite Preise aus.
  • Der Verein Deutsche Sprache hat zusammen mit der Eberhard-Schöck-Stiftung den Kulturpreis Deutsche Sprache geschaffen. Er soll dem Erhalt und der schöpferischen Entwicklung der deutschen Sprache dienen. Der Kulturpreis stellt sich in die Tradition der deutschen Aufklärung und der Brüder Grimm, deren Sprachkritik und Sprachforschung das Deutsche allen Bevölkerungsschichten zugänglich machen wollte. Erstmals verliehen wurde der Sprachpreis im Herbst 2001 in der Stadt Kassel, wo die Brüder Grimm mit den Arbeiten zur deutschen Grammatik und zum deutschen Wörterbuch begannen.

Der Preis besteht aus drei unterschiedlichen Auszeichnungen:

Der Jacob-Grimm-Preis wird für literarische Werke, wissenschaftliche Essays oder Leistungen auf dem Gebiet der politischen Rede oder Publizistik verliehen. Er ist mit 30.000 Euro dotiert und damit der höchstdotierte Sprachpreis in Deutschland.

Der Initiativpreis Deutsche Sprache belohnt vorbildliche Leistungen in gutem, klarem und elegantem Deutsch. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.

Der Institutionenpreis Deutsche Sprache geht an Firmen oder Einrichtungen, die sich in Wirtschaft, Verwaltung und Politik um ein klares und verständliches Deutsch bemühen.

  • Jedes Jahr wählen die Mitglieder des VDS eine Person oder Institution, die durch besondere sprachliche Fehlleistungen aufgefallen ist. Seit 1997 wurden u.a. die Modeschöpferin Jil Sander, der ehemalige Ministerpräsident Günther Oettinger und der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn als „Sprachpanscher“ ausgezeichnet.
  • Die Region Mittelfranken protestierte mit Unterschriftensammlungen z. B. gegen die Umbenennung des Frankenstadions in „easyCredit-Stadion“ (hat sich mittlerweile erledigt, heute heißt das Stadion „Max-Morlock-Stadion“).

Die braunen Hinweisschilder an Autobahnen mit dem Aufdruck „Nürnberger Land – Outdoor- und Genussregion“ erregten die Gemüter aller Unterzeichner und die Unterschriften konnten an den Landrat der Region Nürnberger Land, Herrn Armin

Kroder übergeben werden mit der Bitte, auf den unsinnigen Begriff „Outdoorregion“ zu verzichten.

Auch startete die Region eine Aktion gegen die englische und amerikanische Musik im Radio. Die eintönige anglophone Dauerberieselung der Unterhaltungsmedien wird schon lange nicht mehr gewünscht und es besteht nach wie vor die

Forderung nach mehr deutscher Musik im Radio oder vielfältigerer Auswahl.

Wie viele Mitglieder hat Ihr Verein / Ihre Institution und seit wann gibt es die Einrichtung?

Wir sind ein weltweit tätiger Verband mit mehr als 36.000 Mitgliedern, darunter über die Hälfte mit Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik. Gegründet wurde der Verein 1997 von Herrn Prof. Dr. Walter Krämer, der seit Gründung der Vorstandsvorsitzende ist.

Was ist das besondere an Ihrem Ehrenamt?

Das Besondere an meinem Ehrenamt ist, dass ich meine Liebe zur Literatur mit der deutschen Sprache und meinem Einsatz im Verein verbinden kann.

Was sollten die Menschen in Bayern zu Ihrem Verein / Ihrer Institution noch wissen?

Wir unterstützen Maßnahmen in unseren Schulen, die unserer Sprache gut tun. Wir helfen mit, dass alle Kinder und Jugendlichen mit dem Kulturgut „deutsche Sprache“ vertraut gemacht werden. Die Aktion: „Anstoß – Ein Buch für jeden Schulanfänger“ wird seit einigen Jahren von der Regionalgruppe Mittelfranken des VDS e.V. begleitet. Jedes Jahr wird von der Stadtbibliothek Nürnberg an jeden Schulanfänger in Nürnberg ein Buch verschenkt. In 2018 war es das Buch:

Die Monsterranzenbande
Bild: Verein Deutsche Sprache e. V., Regionalgruppe Mittelfranken

Finanzielle Unterstützung erhält die Aktion „Anstoß – Ein Buch für jeden Schulanfänger“ vom Verein für Deutsche Sprache e.V., der Geld aus der Manfred Lochner Stiftung in dieses Leseförderprojekt investiert. Der Stiftungszweck der Manfred Lochner Stiftung sieht neben der Förderung der politischen Bildung auch den Erhalt der deutschen Sprache vor.


 

12. Februar 2019: Ehrenamt schafft Gemeinschaft – Förderverein Soziale Dienste Unterföhring e.V.

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Bild: privat/Edith Michel

In Zeiten des Schwindens sozialer Kontakte und des demografischen Wandels kann ehrenamtliches Engagement ein soziales Netz und somit eine Gemeinschaft schaffen. Vor allem ältere Menschen sind nicht selten aufgrund des Wegzugs ihrer Kinder im Alter oftmals mit Einsamkeit konfrontiert, so fehlt es an sozialen Kontakten, die einen am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. Kommen auch noch Krankheiten dazu, fühlen sich viele ältere Menschen schlichtweg isoliert und überfordert. Der Förderverein Soziale Dienste Unterföhring e.V. (FSD) schafft hier seit knapp 16 Jahren Abhilfe – ehrenamtlich, versteht sich. Wir haben uns darüber mit Gründerin Edith Michal unterhalten:

Liebe Frau Michal, stellen Sie sich zu Beginn doch bitte kurz vor:

Ich heiße Edith Michal, bin 70 Jahre alt, verheiratet, 1. Vorsitzende des Förderverein Soziale Dienste Unterföhring e.V. (FSD), 12 Jahre Mitglied für die Freien Wähler im Gemeinderat – im Juni 2018 Niederlegung des Mandats aus gesundheitlichen Gründen

Wie lange sind Sie im FSD dabei?

Den Verein habe ich mit 25 Mitgliedern am 01.10.2003 gegründet. Grund: Viele ältere Bürgerinnen und Bürger von Unterföhring haben sich im Vorfeld an mich gewandt mit der Bitte, ein eigenes Pflegeheim in Unterföhring zu bauen. Aus der Idee, das Vorhaben durch eine Bürgerinitiative zu unterstützen, entstand nach vielen Gesprächen mit Ämtern und Behörden ein Förderverein.

Anfang des Jahres 2003 wurde aus einem Wunsch Wirklichkeit. Wir hatten es geschafft - 2010 wurde das Seniorenzentrum Unterföhring fertiggestellt.

Was macht der FSD?

In den Jahren seit der Gründung hat der heute langjährige Vorstand auf Wunsch unserer Mitglieder 28 Arbeitskreise gegründet, die von ca. 120 Ehrenamtlichen in vielfältiger Weise mit Leben und Aktivitäten gefüllt werden.

Beispiele: Unser „Arbeitskreis Betreuung“, der sich aufteilt in Besuchsdienst im Pflegeheim und Betreuung zuhause ist unser wichtigster und sehr häufig in Anspruch genommener Arbeitskreis.

Außerdem organisieren wir wöchentliche gemeinsame Mittagessen, Reisen  (auch für ältere Bürgerinnen und Bürger, die alleine nicht mehr reisen können), Geburtstagsfeiern und Weihnachtsfeier, Spiele-Treffs, Wassergymnastik, Yoga, Italienisch, Handy-Kurse, Fachveranstaltungen, Kultur, Kummerkasten, Trauerbegleitung und vieles mehr, was von vielen Mitgliedern gerne in Anspruch genommen wird.

Wie viele Mitglieder hat der Verein?

Vorbereitungen zur Gründung des Vereins nahmen Monate in Anspruch. Nach Gründung des FSD kamen Mitglieder in Scharen zu uns. Über 1.000 Mitglieder haben unser Anliegen bis heute unterstützt. Viele davon sind inzwischen leider verstorben. Heute ist der Verein mit 650 Mitgliedern immer noch sehr aktiv, beschäftigt sich auch übergreifend mit Themen wie dem „Wohnen im Alter“.

Was ist das Besondere an Ihrem Ehrenamt?

Das Besondere an meinem Ehrenamt ist die Unterstützung älterer Menschen, die aufgrund von Krankheit und fehlender Unterstützung durch Angehörige seitens des FSD Hilfe erfahren dürfen. Das wäre ohne die Begleitung durch viele Vertrauenspersonen allerdings in diesem Umfang nicht möglich. Dafür bin ich sehr dankbar.

Durch die jahrelangen Angebote unserer Aktivitäten haben wir sehr großes Vertrauen unserer Mitglieder gewonnen. Das ist ein unschätzbares Danke für unsere Unterstützung.

Was sollten die Menschen in Bayern zu Ihrem Verein noch wissen?

Die Hilfe, die der Verein leistet, ist sozusagen das Herzblut des Vereins. Das Besondere an unserem Verein ist das Engagement und die Leidenschaft der Ehrenamtlichen, die sich stetig im Dienst am Menschen einbringen. In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels und gleichzeitiger Überalterung der Bevölkerung ist es nicht immer einfach, neue Unterstützer zu gewinnen, die sich kontinuierlich Zeit nehmen wollen, um sich für andere ehrenamtlich einzubringen. Hier sind wir auch in Zukunft für jede helfende Hand dankbar. Die Ehrenamtlichen sind der Herzschlag unseres Vereins.


 

28. Januar 2019: Ob Sturm oder Schnee, die Bergwacht ist für Sie da – ehrenamtlich!

Portrait K. Reindl
Bild: Eberhard Gronau

In den vergangenen Wochen haben die Schneemassen große Teile Südbayerns in Atem gehalten. Teilweise waren aufgrund des starken Schneefalls sogar ganze Ortschaften, wie etwa die Gemeinde Jachenau, von der Außenwelt abgeschnitten. Ohne die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die auch aus anderen bayerischen Regionen anreisten, um zu helfen, hätte diese Herausforderung nicht so gut bewältigt werden können. Neben Institutionen wie der Feuerwehr oder dem THW war es auch die Bergwacht, die bei der Beseitigung der Schneemassen und dem Befreien eingeschneiter Menschen tatkräftig Hilfe geleistet hat. Exemplarisch für diesen wichtigen Bereich des Ehrenamts wollen wir Ihnen heute den Bergretter Klemens Reindl vorstellen.

Stellen Sie sich bitte kurz vor. Was ist Ihre Funktion?

Mein Name ist Klemens Reindl, ich bin 60 Jahre alt, verheiratet, Vater von vier erwachsenen Kindern und Opa einer 3-jährigen Enkelin. Ich bin Mitglied der Bergwacht Bad Kohlgrub und dort als Bergretter und bestellter Einsatzleiter tätig. Darüber hinaus bin ich seit 18 Jahren Mitglied im Landesausschuss der Bergwacht Bayern und dort für das Ressort Recht und Personal zuständig.

Seit 2013 bin ich zudem Bundesleiter der Bergwacht im Deutschen Roten Kreuz. Neben der Leitungsfunktion auf Bundes- und Landesebene gilt mein besonderes Augenmerk der Ausbildung von Einsatzleitern, beginnend von den einsatztaktischen Grundlagen bis hin zur Mitarbeit bei Großschadens- und Katastrophenlagen. Ich bin selbst seit mehr als 25 Jahren als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst und seit 2006 als Örtlicher Einsatzleiter im Katastrophenschutz im Landkreis Garmisch-Partenkirchen tätig.

Wie lange sind Sie schon dabei?

Ich bin 1976 als Anwärter zur Bergwacht gegangen und bin seither aktiv tätig. Das sind nunmehr fast 43 Jahre. In dieser Zeit konnte ich sehr viele herausfordernde Erfahrungen machen: z.B. als Einsatzleiter beim Hochwassereinsatz in Deggendorf 2013, bei der Rettung aus der Riesending-Höhle 2014 oder beim G7-Gipfel in Elmau 2015.

Was macht Ihre Institution genau?

Die Bergwacht Bayern ist nach den Regelungen des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes mit der Durchführung der Berg- und Höhlenrettung in Bayern beauftragt. Unsere Aufgabe ist also, verletzte oder erkrankte Menschen aus allen Notlagen im Gebirge, im unwegsamen Gelände oder in Höhlen zu retten. Und das bei jedem Wetter, zu jeder Zeit und in jedem Gelände.

Daneben ist die Bergwacht als Gemeinschaft des Bayernischen Roten Kreuzes auch zur Mithilfe bei Katastrophenfällen verpflichtet. So konnten wir wertvolle Hilfe auch bei den Hochwasserkatastrophen von 1999 im bayerischen Oberland bis 2013 an der Donau bei Deggendorf und Passau leisten. Auch in der aktuellen Schneekatastrophe war die Bergwacht wieder an vielen Stellen im Einsatz.

Wie viele Mitglieder hat Ihre Institution und seit wann gibt es die Einrichtung?

Die Bergwacht Bayern hat rund 3.600 aktive Einsatzkräfte in 115 Bergwacht-Bereitschaften in ganz Bayern, im Höch- und im Mittelgebirge. In meiner Bereitschaft Bad Kohlgrub haben wir 30 aktive Einsatzkräfte.

Was ist das Besondere an Ihrem Ehrenamt?

Das Besondere ist zu allererst die Aufgabe. Sie ist höchst anspruchsvoll und fordert jeden einzelnen Bergretter und jede einzelne Bergretterin ganz. Wir müssen nicht nur medizinische Notfallrettung auf der Höhe der Zeit leisten, wir tun dies regelmäßig auch im schwierigen Gelände und bei herausfordernden Wetterbedingungen. Da ist nicht nur vielseitiges Können im Bergsteigen, bei der Rettungstechnik oder auf dem Gebiet der Notfallmedizin erforderlich, man muss sich auch auf seine Kameradinnen und Kameraden zu hundert Prozent verlassen können. Das ist der zweite Aspekt, der mir sehr wichtig ist: die Bergwacht ist eine Gemeinschaft, in der einer für den anderen einsteht und in der man sich blind auf den anderen verlassen kann. Das gilt nicht nur für Einsätze, das spielt auch weit in den privaten Bereich hinein.

Was sollten die Menschen in Bayern zu Ihrer Institution noch wissen?

Die Bergwacht Bayern ist eine professionelle Rettungsorganisation, auf die sich jede Bergsteigerin und jeder Bergsteiger verlassen kann: wir sind da, wenn man uns braucht. Aber wir sind eine ehrenamtliche Organisation. Das heißt: keiner von uns wird für die Rettungseinsätze oder für die vielen Ausbildungs- und Übungsstunden bezahlt. Wir machen das freiwillig und in unserer Freizeit. Deshalb brauchen wir Verständnis bei den Arbeitgebern, wenn der Piepser auch während der Arbeitszeit geht und wir zum Einsatz müssen. Gottseidank funktioniert das in Bayern noch recht gut. Bayern ist immer noch das Land des Ehrenamts.

 


21. Januar 2019: Weißer Ring e.V.

Die vielen Ehrenamtlichen des Weißen Ring leisten Enormes: Ob durch persönliche Unterstützung in den Außenstellen, als Berater am Opfer-Telefon oder in der Online­beratung – es gibt viele Möglichkeiten, Opfern Beistand zu geben.

Jörg Löffler hat eine schwere Zeit hinter sich, in der er beinahe gestorben wäre. In dieser Notsituation hat er viel Hilfe von außen bekommen, die er auch gerne wieder zurückgeben möchte. Voller Tatendrang lässt er sich als ehrenamtlicher Opferhelfer in der Außenstelle Kronach des Weißen Ring ausbilden.

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14. Januar 2019: Selbsthilfegruppe Krebs in Weißenburg

Mit über 11 000 unterschiedlichen Selbsthilfegruppen in Bayern, zu über 900 verschiedenen Themen, wirkt dieses Ehrenamt auf seine ganz besondere Weise: durch Erfahrungsaustausch bzw. Verstandenwerden und Unterstützung in einem Kreis Gleichbetroffener. Selbsthilfegruppen helfen, Ängste und Probleme ab­zu­bau­en. Die Gruppen geben wertvolle Ratschläge und das Wissen: „Ich bin in dieser besonderen Lebenssituation nicht allein.“

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Foto: Ruth Satzinger

Ruth Satzinger hat vor Jahren die Selbsthilfegruppe Krebs in Weißen­burg ins Leben gerufen. Auch ihre ehrenamtliche Hilfe als Schwestern­helferin im Krankenhaus kam ihr dabei zugute. Seit 10 Jahren ist sie Selbsthilfegruppen-Delegierte von Mittelfranken der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. und seit 8 Jahren in der Vorstandschaft.

Außerdem hat Ruth Satzinger eine Facebook-Gruppe gegründet, in dem für einen guten Zweck gebastelt, gehäkelt und genäht wird. Unter dem Motto „Basteln und spenden für soziale Einrichtungen“ kommt der Erlös unter anderem krebskranken Kindern zugute.

Frau Satzinger betont: „In meinen vielen Jahren des ehrenamtlichen Engagements kommen so einige Projekte zusammen. Ich kann nur jedem empfehlen, es nach­zu­machen. Wie heißt es so schön in meiner Facebook-Gruppe: „Anderen Menschen, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern, und sei es auch nur für einen Augenblick, was kann es Schö­ne­res geben? Wir haben das ja gerade vor ein paar Monaten auf der Kinder-Onkologie-Station der Uni-Klinik Erlangen erlebt: Die kleinen Knirpse … mal jemand ohne weißen Kittel und auch die Eltern: Ein winziger Augenblick – abgelenkt von Sorgen und Ängsten.“

 

7. Januar 2019: Nachbarschaftshilfe in der Pfarrgemeinde St. Kilian, Hallstadt

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Foto: Hermine Gunreben

Miteinander & Füreinander – das ist das Motto einer Nachbarschaftshilfe in Hallstadt-Dörfleins. Helmut Gun­reben, Leiter der Initiative, kann sich noch gut an die Ursprünge erinnern: „Unsere Gruppe startete im Januar 2011 als Unterausschuss des Pfarr­gemeinderates der Pfarrei St. Kilian in Hallstadt. Inzwischen sind wir 35 Mitglieder, überwiegend im Renten­alter zwischen 65 und 80 Jahre, und absolut ehrenamtlich tätig, mit pro Jahr etwa 1000 Einsätzen – nicht eingerechnet die regulären Besuche bei Menschen, die einsam sind. Wir helfen gerne. Der Dienst an unseren Nachbarn und Mitmenschen ist für uns praktizierte christliche Nächsten­liebe.“


 

Was ist das Ziel Ihrer Nachbarschaftshilfe?

Helmut Gunreben: „Ziel unserer Hilfeleistungen ist es, dass Senioren möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung leben können. Gerade dort, wo ältere Menschen nur noch eingeschränkt mobil sind und Kräfte nachlassen, sind wir zur Stelle. Andere Hilfeleistungen, auch für Jüngere, kamen hinzu.“

Welche Hilfestellungen geben Sie Seniorinnen und Senioren?

Helmut Gunreben: „Wir bieten eine ganze Palette an Hilfen an. Das reicht vom Trans­port fertiger Mahlzeiten, wenn die Senioren das nicht mehr selbst können, bis hin zu Fahrten zum Arzt, in den Gottesdienst, zum Einkaufen oder zu Ver­an­stal­tungen.

Aber auch Besuche bei gesunden oder kranken Senioren gehören zum Selbst­ver­ständ­nis unserer Nachbarschaftshilfe. Zum Beispiel gehört zu unserer Gruppe eine Schwester der Dillinger Franziskanerinnen, die von den Senioren sehr geschätzt wird. Die Senioren freuen sich jedoch auch über Besuche von anderen Gruppen­mit­glie­dern. Eine blinde Frau aus unserer Gruppe hat einen querschnittsgelähmten Patienten in einer Pflegeeinrichtung bis zu seinem Ableben besucht.“

Können Sie auch „zupacken“?

Helmut Gunreben: „Wir bieten auch handwerkliche Hilfen. So werden wir auch gerufen, weil Senioren neu gekaufte Kleinmöbel nicht zusammenbauen können. Hinzu kommen ‚Kleinigkeiten‛ wie: Glühlampen wechseln,  Schranktüre richten, Verstopfung der Spüle beseitigen, Schraubverschlüsse von Flaschen und Gläsern öffnen, nach einem Zimmerbrand die brauchbaren Möbel in die Notwohnung bringen, Wohnung umräumen – und vieles mehr.“

Und wie schaut es mit der Hilfe für jüngere Menschen aus?

Helmut Gunreben: „Unsere Nachbarschaftshilfe St. Kilian ist in Notfällen immer zur Stelle. Ich erinnere mich noch gut an einen alleinerziehenden Vater, den wir am Mor­gen immer unterstützt haben, um seinen Buben für den Schulbesuch fertig zu machen. Oder an eine alleinerziehende Mutter, die als Verkäuferin an manchen Tagen länger als die Hortöffnungszeiten arbeiten musste. Jemand aus unserer Gruppe hat die Tochter dann vom Hort abgeholt und betreut, bis die Mutter heim­kam.

Eine Frau aus Südafrika kommt mit unseren Lebensgewohnheiten nicht zurecht. Das Landratsamt bittet um Unterstützung. Eine Frau unserer Gruppe betreut und berät die junge Frau in allen Lebensbereichen, vom Ämterbesuch über die Weiter­bildung bis hin zum Kochen und Festefeiern. Ein gehbehinderter Mann fällt hin. Wir werden zu Hilfe gerufen, weil ihn die Frau alleine nicht hoch bekommt. All das sind Notfälle, wo wir gerne – aus christlicher Nächstenliebe heraus – helfen und für andere da sind.“

 

17. Dezember 2018: Jugendarbeit in der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG Bayern)

Jugendarbeit ist auch Nachwuchsarbeit. Jonas Kipfstuhl engagiert sich als 1. Vor­sitzender in der DLRG-Jugend. Seit seiner Kindheit gehört er diesem Verein an – als er seinen ersten Schwimmkurs gemacht hat. Er möchte auch andere zum En­ga­ge­ment in der Jugendarbeit anregen und erzählt über sich selbst: „Das Tolle an meiner Aufgabe ist, dass man Jugendarbeit verbinden kann mit der guten Arbeit, die die DLRG generell macht: an vielen Stellen dafür zu kämpfen und dabei zu helfen, dass alle Kinder Schwimmen lernen. Es macht außerdem immer Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.“

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10. Dezember 2018: Sachspendenaktion zum Advent in Fürth

Martha Dorr engagiert sich seit vielen Jahren mit großem Ideenreichtum in zahl­reichen Projekten, die sie selbst für sozial schwache Menschen in Fürth ins Leben gerufen hat. Zu ihren Projekten zählt zum Beispiel eine bekannte Advents­aktion, die Dorr seit 2007 getreu dem Leit­spruch „Lasst uns das Essen mit Freunden teilen“ als groß angelegte Sach­spenden­aktion organisiert.

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3. Dezember 2018: Jugendarbeit im Schützenverein

Rund 470.000 Sportschützen gibt es in Bayern. Fast 5.000 Vereine bayernweit bie­ten ihren Mitgliedern ein breites Angebot, vom Armbrust- und Bogenschießen bis hin zu Sommerbiathlon oder Wurfscheibenschießen. Die Schützenvereine ver­bin­den Sport und Tradition. Dazu gehört etwa das Oktoberfest-Landesschießen, das seit 1896 auf der Wiesn ausgetragen wird. Die Jugendarbeit spielt bei Ihnen eine wichtige Rolle. Engagierten Jugendleitern, wie Renate Gehm, ist es daher zu verdanken, dass dieser Traditionssport auch weiterhin gepflegt wird.

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5. November 2018: Hilfe für Familien, die von Scheidung oder Trennung betroffen sind

Mein Papa kommt LogoWenn das eigene Kind nach der Tren­nung weit entfernt wohnt, ist es nicht immer einfach, einen engen Kontakt beizubehalten. Viele Kinder in Deutschland leben nach der Schei­dung oder Trennung der Eltern oft hunderte Kilometer von einem Eltern­teil entfernt. Längst nicht jeder Vater oder jede Mutter kann sich die Kosten leisten, die mit der räumlichen Dis­tanz verbunden sind.

Die Initiative Mein Papa kommt des Sozialunternehmens Flechtwerk 2+1 entlastet getrennt lebende Eltern finanziell durch ihr Angebot an kostenfreien Unter­künften bei ehrenamtlichen Gastgebern, kindgerechten Umgangsräumen und einer pädagogischen Elternbegleitung.

Familie Halt
Foto: Victoria Halt

Victoria Halt ist eine dieser Ehren­amt­lichen, die einen Vater, der hunderte Kilometer von seinen Kindern in Mün­chen entfernt lebt, beherbergt, wenn er zu Besuch kommt. Über ihre Mo­ti­va­tion berichtet sie:

„Als ich das erste Mal vom Projekt ‚Mein Papa kommt‛ gelesen habe, war ich sofort hellauf begeistert: Ein Verein, der es möglich macht, dass sich Eltern und Kinder weiterhin re­gel­mäßig sehen können, selbst wenn sie nach der Trennung der Eltern in verschiedenen Städten oder gar Ländern leben. Obwohl oder vielleicht auch grade weil wir als Familie nicht in so einer Situation sind, wollten wir gerne helfen. Diese Entscheidung fiel damals ganz spontan und hatte verschiedene Gründe:

Wir wohnen in München, in einer der schönsten, aber gleichwohl teuersten Städte des Landes. Da wir ein Gästebett haben, war die Grundvoraussetzung, sich als Gast­geber bei ‚Mein Papa kommt‛ zu melden,  bereits vorhanden. Aktuell teilen wir unsere Wohnung einmal im Monat mit einem Vater aus Paris, dessen drei Kinder hier in München leben. Dann wird unsere Familie zur Großfamilie!

Wie oft hatte ich mir schon überlegt, wie ich ehrenamtlich irgendwo helfen kann. Aber mit drei Kindern, Hund, Arbeit, Haushalt – wann soll das denn noch da­zwi­schen passen? Und jetzt passt es ganz einfach: ein wenig Gastfreundschaft und ein Gästebett reicht für das Erste völlig aus.“

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Selbsthilfegruppe der Alleinerziehenden Amberg-Sulzbach

Birgit Wittmann ist schon seit vielen Jahren Leiterin der Selbsthilfegruppe der Allein-erziehenden Amberg-Sulzbach. Als Ansprechpartnerin für betroffene Mütter und Vä­ter liegt es Frau Wittman am Herzen, Einelternfamilien während und nach oftmals schwie­ri­gen Trennungssituationen Hilfestellung zu geben.

Das sind vor allem Gespräche, aber auch der regelmäßige Sonntagsbrunch sowie gemeinsame Aktionen und Ausflüge mit Kinderbetreuung. Durch die Gruppe er­fah­ren die Teilnehmer, dass die Trennungssituation, die alleinige Erziehungs­ver­ant­wort­ung und die Verknüpfung von Familie und Beruf gemeistert werden kann, so Wittmann.

Birgit Wittmann berichtet über ihre Motivation, Alleinerziehenden zu helfen:

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29. Oktober 2018: Engagement in einer Kirchengemeinde

Heinersreut 02Andreas Müller ist seit über 30 Jahren in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Hei­ners­reuth ehrenamtlich tätig. Dort hat er schon viele Aufgaben über­nom­men, z.B. Lektor, Kirchenpfleger oder Mitglied im Kirchenvorstand.

Wie kamen Sie zu diesem Ehren­amt in der Kirche?

Andreas Müller: „Ich bin in einer christ­lichen Familie aufgewachsen. In der damaligen DDR geboren, habe ich erlebt, wie schwierig es war, wenn eine christliche Familie ihren Glauben in einem kommunistischen System leben wollte. Als ich mit zwölf Jahren nach Oberfranken kam, war es selbst­verständlich für mich, dass ich mich als Jugendlicher in der Jugend­gruppe und in der Kirche engagierte.“

Welche Aufgaben übernehmen Sie in Ihrer Kirchengemeinde?

„Als gelernter Buchhändler hatte ich schon immer Freude an Wort und Schrift. Es ist für mich deshalb eine besondere Freude, Lektor zu sein und die Epistel und Tages­losung zu lesen. Es macht mir auch Freude, vertretungsweise für unseren Pfarrer Otto Guggemos den Gottesdienst in der Gemeinde zu halten.

Als Kirchenvorstandsmitglied habe ich auch viele allgemeine Aufgaben, wie die Betreuung unseres Kindergartens, Gemeindearbeit, Messnerdienste oder die Mitgestaltung von Gottesdiensten. Auch die Jugendarbeit, unsere Kinder­gottes­dienste, der Kontakt zu Familien oder unsere Seniorennachmittage und Bibel­stunden liegen mir sehr am Herzen.“

Was ist Ihnen besonders wichtig?

„Unsere ganze kirchliche-christliche Gemeinschaft tut gut – und da möchte ich auch etwas zurückgeben. Es ist schön, die frohe Botschaft zu hören und zu verkünden – und dabei freundschaftliche und kameradschaftliche Kontakte in unserer Gemeinde zu haben.

Auch außerhalb der Gottesdienste kümmern wir uns um die Gemeinde und halten Kontakt zu den Leuten: Menschen ab 70 bekommen Geburtstagsbesuche – jeder soll sich gut aufgehoben fühlen, und vor allem nicht alleine.

Im Seniorenheim in Heinersreuth gestalten wir jeden zweiten Donnerstag einen  Gottesdienst für die Bewohner des Hauses und alle Seniorinnen und Senioren in Heinersreuth. Das wird immer gut angenommen.“

Andreas Müller von der Kirchengemeinde Heinersreuth

 

Ministranten und Jugendleiter der katholischen Pfarrei St. Joseph in München

Fronleichnam Baldachin Ministranten
Foto: gemeinfrei

Die Joseph Minis sind vielfältig im Gemeindeleben von St. Joseph in München aktiv, auch außerhalb des Gottesdienstes. Neben der eigent­lichen Jugendarbeit helfen sie bei Veranstaltungen wie Pfarrfasching, Pfarrfest, dem Familiennachmittag oder der St.Martins-Feier.

Speziell für die Kinder und Jugend­lichen der Gemeinde gibt es neben den regelmäßigen Ministunden auch eine Fußballmannschaft. In den Pfingst­ferien findet jeweils ein Zelt­lager statt und im Herbst ein Kin­der­wochen­ende. Regelmäßig gibt es auch Jugendgottesdienste für die „Kleinen“ und nachdem das Feiern nicht zu kurz kommen darf, treffen sich die Aktiven immer wieder zur „Basement Party“. Knapp 20 ehrenamtliche Jugendleiter kümmern sich in der Gemeinde St. Joseph um Kinder und Jugendliche. Viele davon stehen schon im Berufsleben, andere befinden sich noch in der Ausbildung.

 

22. Oktober 2018: Ehrenamtliches Engagement in der Gedenk- und Friedensarbeit

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Der Name mag ein wenig sperrig klin­gen – aber aktuell und wichtig sind die Aufgaben des Volksbunds nach wie vor. Es geht nicht nur um die Pflege von Kriegsgräberstätten.

Jörg Raab, Landesgeschäftsführer des Volksbundes: „Seit 19. Oktober läuft unsere jährliche Haus- und Straßensammlung. Allen Ehrenamtlichen, die sammeln gehen, und allen Spendern: Ein herzliches Vergelt’s Gott! Sie helfen dem Volksbund, auch in Zukunft seine humanitäre Aufgabe zu erfüllen und in die Gesellschaft hinein zu wirken. Es ist uns auch wichtig, den Volkstrauertag als Tag des Gedenkens, der Mahnung und Erinnerung zu gestalten.“ Weitere Säule des Vereins ist die Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit. Der Volksbund ermöglicht jährlich tausenden jungen Menschen in rund 60 internationalen Jugendbegegnungen und Workcamps, Kriegs­gräberstätten als „Lernorte der Geschichte“ zu erfahren.  „Ziel ist es“, so Raab, „zu vermitteln, dass die Möglichkeit, in Frieden und Freiheit zu leben, keine Selbst­ver­ständlichkeit ist. Je länger die Friedensphase in Europa andauert, desto wichtiger ist es, aufzuzeigen, was die Folgen von Krieg und diktatorischer Gewaltherrschaft sein können.“

Florian Völler ist Kreisbeauftragter des Volksbundes für den Landkreis Bad Tölz- Wolfratshausen und erzählt, weshalb er sich hierfür engagiert:

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Fahnenbegleitung im Soldaten- und Kriegerverein Prem

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Noch hoch zu Ross bei der Glockenweihe am 26.08.1951 in Prem. V.l.n.r. Sieber Hans (gestorben), Sieber Franz (gestorben) u. Lang Hans (Foto: Soldaten- und Kriegerverein Prem)

Hans Lang ist einer der wenigen, vielleicht sogar der einzige in Bayern, der seit über 70 Jahren Fahnen­be­glei­ter ist. Mehr als 700 Mal stand er für diese ehrenvolle Aufgabe an der Gemeinschaft zur Verfügung – ob bei kirchlichen Feiertagen, Be­er­di­gung­en, Gedenkfeiern, beim Schmücken von Festwägen oder auch bei Ein­weihungen und Vereidigungen und vieles mehr.

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Bayerisch-Württembergisches Krieger-bundtreffen in Maria Steinbach. V.l.n.r. Pfeiffer Max, Fahnenträger Heißerer Helmut (seit Mai 1989 im Dauereinsatz), rechts daneben wieder Lang Hans. (Foto: Rainer Rauch)

 

 

 

Der 1. Vorsitzende des Soldaten-und Kriegervereins Prem, Herr Rainer Rauch, ist stolz auf die Fahnen­ab­ordnung des Vereins: „Ein Ausrücken ohne unseren Hans war und ist bis heute undenkbar. Schließlich sind Fahnenabordnungen das Marken­zei­chen eines jeden Vereins. Hans Lang ist immer da, auch heute noch. Da gibt es kein Wo?, kein Warum?, kein ‚Geht nicht‘ oder ‚Kann nicht‘ oder ‚Habt Ihr keinen anderen?‘.“

Hans Lang erinnert sich: „Seit Kriegs­ende bin ich dabei. Es war mir immer eine Ehre, die Vereinsfahne begleiten zu dürfen.“ Rainer Rauch ist über­zeugt: „Eine Gemeinschaft muss sich nicht nur daran messen lassen, wie sie mit den Lebenden, sondern auch, wie sie mit ihren Verstorbenen, Ge­fallenen und Vermissten umgeht. Hans Lang und seine Frau Ida schmücken schon seit Jahrzehnten zum Volkstrauertag unser Krieger­denkmal. Hierfür möchten wir uns herzlichst bedanken. Wie Sie auf dem Foto sehen, ist auch unser Denkmal etwas Besonderes.“

 

15. Oktober 2018: Wahlhelfer - ein Ehrenamt, das Demokratie ermöglicht

Wählen ist nicht nur eine Bürgerpflicht. Wählen ist auch der Wesenskern einer repräsentativen Demokratie. Doch ohne die Mithilfe unzähliger Freiwilliger wären Wahlen überhaupt nicht möglich. Das beginnt bei den vielen Menschen, die sich ehrenamtlich in Parteien engagieren und die Bürger­innen und Bürger an Info­stän­den über die politischen Schwerpunkte informieren, über das Plakate­kleben bis hin zu den Wahlhelfern. Bei landesweiten Wahlen, wie der aktuellen Landtagswahl, sind bis zu 150.000 Ehrenamtliche als Vorsitzende, Schriftführer oder Beisitzer im Ein­satz. Zwischen 8 Uhr und 18 Uhr kontrollieren sie die Wahlunterlagen, er­klären das Wahlverfahren – wobei strengstens auf politische Neutralität geachtet wird –, und nach der Wahl zählen sie die Stimmen aus. Die Tätigkeit ist aufgeteilt in mehrere Schichten, so dass niemand den ganzen Tag dafür einplanen muss. Egal ob Europa-, Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahl, ohne Wahlhelfer wäre dieser demokratische Akt nicht möglich. Das gilt im Übrigen auch für Volks- und Bürgerentscheide.

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Foto: Helke Hadlich, nicht nur Wahlhelferin und Chefmaskenbildnerin am Staatstheater Nürnberg, sondern auch für den Nürnberger Christkindlesmarkt im Einsatz

Helke Hadlich, Chefmaskenbildnerin am Staatstheater Nürnberg: „Seit etwa 15 Jah­ren bin ich nun schon Wahl­helfer. Es gibt Jahre, in denen es keine Wahl gibt, da­für manchmal sogar zwei. Bevor es los geht, gibt es na­tür­lich eine Wahl­schu­lung. Wir bekommen eine kleine Auf­wands­ent­schä­di­gung und/oder einen freien Tag. Auch wurden wir schon in ver­schie­de­ne Museen eingeladen und ich habe neben einem Dank­schreiben auch eine Ehrennadel bekommen.

Das ist natürlich sehr schön, wenn man dafür An­er­ken­nung bekommt. Was mich aber bewegt, ist einfach, dass ich einen kleinen Teil für die große Gemeinschaft bei­tra­gen kann. Durch dieses Ehrenamt hat sich mein In­teres­se für unsere Stadt aus­geprägt. Ich interessiere mich mehr für die verschiedenen Stadt­teile und die Men­schen, die darin leben. Und ich finde es interessant, was sich tut, wenn es wie­der auf eine Wahl zugeht. Es wäre viel weniger möglich, wenn es keine Ehren­amt­lichen gäbe. Weniger Veranstaltungen, Märkte, Kon­zerte, einfach weniger Vielfalt.“

 

8. Oktober 2018: Kindern helfen, Trauer zu bewältigen

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Foto: Hospizverein Bamberg

Renate Schulz, heilkundliche Psy­cho­therapeutin, engagiert sich seit 12 Jah­ren ehrenamtlich im Hospiz-Verein Bamberg e.V. und berichtet über diese besondere Form der Sterbe- und Trauerbegleitung: „Wir wollen Kindern Raum für Trauer ge­ben und dabei das Vertrauen ins Le­ben immer wieder auf‘s Neue stär­ken. Mit Hilfe von kreativen Projekten im Austausch untereinander und mit Begleitung unseres Teams aus sechs Betreuern, alle mit Erfahrung im pä­da­gogisch-therapeutischen Bereich, helfen wir Kindern und Jugendlichen, sich mit der eigenen Trauer aus­ei­nan­derzusetzen.“

Offene Trauergruppe und Trauer-Freizeiten: Vom Bruch zum wieder Ganzmachen

Renate Schulz: „Regelmäßig bieten wir offene Trauergruppen an, in der sich die Kinder wiedersehen und sich unter Anleitung der Betreuer austauschen oder ge­mein­sam etwas unternehmen können. Für Kinder sind die ersten Erfahrungen mit Tod und Trauer innerhalb der Familie die wichtigsten und prägendsten ihres Lebens. Wie man dort mit diesen Themen umgeht, beeinflusst Kinder und daran orientieren sie sich zukünftig.“

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Jeder Trauerprozess ist individuell

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Foto: Hospizverein Bamberg

„Unsere Aufgabe als Begleiter in einem Trauerprozess ist es, jedes Kind samt individueller Reaktion wahrzunehmen und diese als pas­send und richtig anzuerkennen. Ich denke da zurück an zwei Ge­schwis­ter, im Alter von sieben und neun Jah­ren, die zu uns in die Trauer­grup­pe kamen und deren Mutter ein halbes Jahr zuvor verstorben war. Diesen Verlust hat man ihnen kaum angemerkt, sie waren immer fröhlich. Es hat ungefähr drei Jahre gedauert, bis sie den Tod der Mutter das erste Mal er­wähnen und auch von ihren Gefühlen dabei erzählen konnten.“

Ist Sterbe- und Trauerbegleitung nicht sehr belastend?

„Ich habe noch niemanden erlebt, der diese Arbeit als zu belastend wahrnimmt. Im Gegenteil höre ich immer wieder, dass besondere Begegnungen stattfinden und tie­fe Erfahrungen gemacht werden. Zudem wird im Hospizverein Wert darauf gelegt, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter achtsam mit sich selber umgehen und durch Supervision und Austausch untereinander belastende Erfahrungen verarbeiten kön­nen. Denn die Schicksale der Kinder und ihrer Familien berühren uns sehr. Und doch sehe ich im Schweren auch das Potential zum Reifen und Wahren der ei­ge­nen Balance.“

 

Toben, Reden, Verständnis finden

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Brigitte Gehlofen aus Würzburg engagiert sich seit 16 Jahren ehrenamtlich für den Kinderhospizdienst der Malteser (Foto: Christina Gold, Malteser Würzburg)

Die Trauergruppe für Kinder und Ju­gend­liche Würzburg ist auf den ers­ten Blick eine Kinder- und Jugend­gruppe, wie sie vielerorts anzutreffen ist. Und trotzdem anders. Ein Thema verbindet alle Teilnehmer: der Verlust von Bruder, Schwester, Vater oder Mut­ter.

Der Beginn eines jeden Treffens fin­det immer in gleicher Form statt. Je­der sucht sich ein Kissen im Kreis. Larissa (9 Jahre) möchte sofort beginnen und ei­ne Kerze für ihren verstorbenen Papa anzünden, der in der vergangen Woche Ge­burts­tag gehabt hätte, und erzählt, wie sie diesen Tag verbracht hat. Max möchte als nächstes erzählen, was er in den letzten zwei Wochen erlebt hat. Eine Schul­auf­ga­be hatte er und die ist nicht so gut gelaufen.

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Wie ist die Trauerbegleitung für Kinder bei den Maltesern Würzburg entstanden?

2003 haben sich die Malteser dem Bereich der Kinder- und Jugend-Hospizarbeit geöffnet. Zunächst stand der sterbende junge Mensch, seine Eltern, Geschwister, Großeltern im Mittelpunkt. Sie alle benötigen auf ihre Weise Aufmerksamkeit und Fürsorge, Zuwendung und individuelle Hilfen.

Sehr bald zeigte sich die Not der Kinder und Jugendlichen, die den Verlust eines ihnen sehr nahe stehenden Menschen zu bewältigen hatten, so dass die Malteser bereits 2005 mit der Trauerarbeit für Kinder anfingen. Durch Einzel- und Gruppen­angebote unterstützt der Kinder- und Jugend-Hospizdienst der Malteser Kinder und Jugendliche in deren Trauerprozess.

 

1. Oktober 2018: Verein der Freunde des Nationalparks Berchtesgaden e.V.

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Foto: Dr. Hubert Zierl

Dr. Hubert Zierl ist Vorsitzender und zugleich Urheber des Fördervereins. Als ehemaliger Leiter der National­par­kverwaltung rief er den Freundes­kreis 1990 ins Leben.

Wofür engagiert sich der Freundeskreis?

Dr. Hubert Zierl: Wir haben mit dem Berchtesgadener Land eine atem­be­rau­ben­de Naturschönheit. Diese Na­tur­landschaft zu erhalten und als na­ti­o­nales Naturerbe für jetzige und künf­tige Generationen zu schützen – das ist die Aufgabe des Nationalparks Berch­tes­ga­den, der 1978 mit über­wäl­ti­gen­der Mehrheit des Bay­e­risch­en Landtags und durch Beschluss der Staatsregierung ins Leben gerufen wurde. Die Freunde des National­parks Berch­tes­ga­den stehen dem Schutzgebiet für seine großen Anliegen zur Seite: Naturschutz, aber auch naturkundliche Bildung und Naturerleben.

Was leisten die Freunde des Nationalparks?

Das ist eine ganze Palette von Aufgaben. Im Alltag des Nationalparks warten viele kleine Aufgaben, die sich erst dann bemerkbar machen, wenn sie nicht erledigt werden. Dort, wo die Mühlen der Bürokratie zu langsam mahlen oder den National­park gar nicht erreichen – dort können wir schnell und unbürokratisch helfen. Zum Beispiel mit vielen Kleinigkeiten des Alltags wie die Betreuung von Besuchern und Gästen und bei unseren Kinder- und Jugendprogrammen.

Ein besonderer Grund zur Freude: Durch eine beachtliche Spende eines dem Na­ti­o­nalpark sehr gewogenen Ehepaars sind wir gerade in der Lage, im Jubiläumsjahr Aktionen und Veranstaltungen des Nationalparks zum Fest in besonderer Weise zu gestalten. Heuer feiert der Nationalpark Berchtesgaden sein 40-jähriges Bestehen!

Liebe zur Heimat und zur Natur weitergeben – auch an Kinder und Jugendliche?

Unser Nationalpark ist für uns Heimat. Um Natur- und Heimatliebe an andere wei­ter­zugeben, veranstalten wir traditionell Literaturabende, in denen wir Autoren mit ihren begeisternden Texten über die Natur vorstellen.

Aber auch Kinder und Jugendliche sind für uns eine wichtige Zielgruppe. Ich denke da zum Beispiel an unseren Bastelnachmittag im Rahmen des Kooperations­pro­jek­tes „Berchtesgaden meets Yosemite“, ein Abkommen zwischen Nationalpark Berch­tes­ga­den und einem Nationalpark in den USA. In das Projekt istmauch das Gym­na­si­um Berchtesgaden einbezogen.

 

24. September 2018: Schülerlotsen und Schulweghelfer

Schulwegdienst
Gudrun Brendel-Fischer mit den freiwilligen Schulwegbegleiterinnen

Frau Pirch (www.gang­hofer­schu­le.de), Frau Dieckmann (www.m-ende-schule.de) und Frau Wendlinger (www.grundschule-johann-schmid.de) engagieren sich seit Jah­ren als Schul­weghelfer. Jeden Mor­gen über­wachen Sie mit anderen Schul­weg­hel­fern an Kreuzungen, Am­pel­über­gängen und Schul­bus­hal­te­stellen den Schulweg der Kinder und tragen so dazu bei, dass die Schüler sicher in die Schule und wieder nach Hau­se kommen.

Alle sind sich einig: „Dieses freiwillige Engagement ist uns deshalb so wichtig, weil Schüler das richtige Verhalten im Stra­ßen­verkehr erst lernen müssen und Schul­weg­helfer hier unterstützend und signal­gebend Tätig sein können. Mütter, Väter, Großeltern – alle Erwachsene, die gerne helfen möchten, können als Schul­weg­hel­fer oder Schulbusbegleiter einen Beitrag für die Sicherheit auf dem Schulweg leis­ten. Auch Schülerinnen und Schüler ab dem 13. Lebensjahr! Jeder Interessierte kann als ehrenamtlicher Schulweghelfer tätig sein.”

In Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei, den Grundschulen und der Kommune erhalten die freiwilligen Schülerlotsen und Schulweghelfer vor Beginn der Tätigkeit:

  • eine einmalige ca. 45 minütige gesetzlich vorgeschriebene Schulung durch die örtlichen Polizeidienststellen
  • eine kurze praktische Einführung Vorort an der Einsatzstelle selbst
  • kostenfreie Schutzkleidung (Sicherheitswesten/Jacken, evtl. Kellen)
  • Versicherungsschutz durch die Kommune

Schülerlotsen und Schulweghelfer werden immer gesucht. Nähere Informationen finden Sie bei jeder Schule, der Gemeinde/Stadt, den örtlichen Polizeidienststellen, der Landesverkehrswacht Bayern oder der Gemeinschaftsaktion Sicher zur Schule – Sicher nach Hause.

 

17. September 2018: Leitung einer Selbsthilfegruppe

Eine Selbsthilfegruppe leiten oder neu gründen – viele Menschen sehen darin die vitalste Form des Ehrenamts. Theresa Keidel, Geschäftsführerin der Selbsthilfe­koordination Bayern (SeKo Bayern) bringt es auf diesen Nenner: „Mit über 11 000 unterschiedlichen Selbsthilfegruppen in Bayern, zu über 900 verschiedenen The­men, wirkt dieses Ehrenamt auf seine ganz besondere Weise: durch Erfahrungs­austausch bzw. Verstandenwerden und Unterstützung in einem Kreis Gleich­be­trof­fener.“ Selbsthilfegruppen helfen, Ängste und Probleme abzubauen. Die Gruppen geben wertvolle Ratschläge und das Wissen: „Ich bin in dieser besonderen Lebens­situation nicht allein.“

Maria Reeb – Regionalgruppenleiterin der Scleroderma Liga e.V. München / Oberbayern

Die Selbsthilfegruppe für Sklerodermie-Erkrankte gibt es in München seit fast 35 Jahren. 1989 trat Maria Reeb dieser Gruppe aufgrund ihrer Erkrankung an dieser schweren chronischen und sehr seltenen Krankheit bei. Frau Reeb erinnert sich: „Ich war am Anfang so hilflos – und als ich in diese Gruppe kam, war ich wie befreit und erlöst. Endlich wurde ich verstanden, mit meinen Ängsten, Fragen und mit meiner Krankheit. Durch die Selbsthilfegruppe habe ich so viel Hilfe bekommen; diese Hilfe will ich weitergeben.“ Probleme ansprechen, Antworten bekommen, aufgefangen werden, Ängste reduzieren, medizinische Alltagstipps erfahren, sich gegenseitig anrufen können, auch einmal im Krankenhaus besuchen, anderen Hoffnung – aufgrund der eigenen jahrelangen Erfahrung mit dieser Krankheit – geben, beruhigen und selbst beruhigt werden, Informationen über den neuesten Stand von Medizin und Forschung teilen – das alles macht laut Maria Reeb ihre Selbsthilfegruppe und unzählige andere Selbsthilfegruppen aus.

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10. September 2018: Ehrenamtliches Engagement bei den Reservisten

Reservistin Petra Leimböck
Foto: Petra Leimböck

Petra Leimböck, Hauptfeldwebel der Reserve, engagiert sich seit 11 Jahr­en in der Feldpost und in der Re­ser­vis­ten­kameradschaft Stetten­hofen im Landkreis Augs­burg. Derzeit ist sie Schriftführerin und packt auch gerne mit an, wenn es um die Organisation von Festen und Veranstaltungen geht. Petra Leimböck: „Ich bin des­halb Reservistin, weil ich mich gerne für die Gemeinschaft einbringe. Ge­ra­de die Reservisten haben eine wich­ti­ge Brückenfunktion zwischen Bürgern und den aktiven Soldaten der Par­la­ments­armee Bundeswehr.“ Petra Leimböck be­glei­tet regelmäßig Feldpost-Einsätze im In- und Ausland. Wichtig ist Frau Leimböck auch die Kameradschaft, die sie im Kreis der Soldaten und Reservisten erleben darf.

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3. September 2018: Engagement in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ)

Juhu, die Schule ist geschafft! Die Zeit nach dem Schulabschluss, vor dem Start ins Berufs- oder Studentenleben, das ist eine ganz besondere Zeit. Wer diese Zeit für sich – und für andere – nutzen und sich orientieren möchte, der kann ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) machen.

Seit mehr als 60 Jahren gibt es dieses besondere Format des Bürgerschaftlichen Engagements nunmehr in Bayern und in den letzten Jahren entschieden sich jähr­lich mehr als 4.000 junge Menschen für ein FSJ: Ob Kinder und Jugendliche be­treu­en, Senioren oder Menschen mit Behinderung unterstützen, in einem Sportverein tätig sein, im Pflege- oder Krankenheim mithelfen oder sich für Denkmalpflege und Kultur engagieren – die bayerischen Einsatzstellen sind vielfältig.

Diese Woche stellen wir Ihnen drei FSJler vor, die sich dafür entschieden haben, Kinder und Jugendliche des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums Cham zu un­ter­stützen. Zusätzlich zu den regulären hauptamtlichen Lehrkräften des schulischen Ganztagsangebots machen sie differenzierte Angebote in Kunst, Tanz, Musik und Sport. Sehen Sie selbst:

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Sigrid Schiedermeier, Mitarbeiterin im Direktorat: „Das Besondere an ‚unserem‘ FSJ ist: Seit Kurzem bieten wir nicht nur das FSJ im Sport an, sondern sind auch Ein­satz­stelle für das FSJ Kultur. In Zusammenarbeit mit Spielmobile e.V. in München klappte das für das Schuljahr 2017/18 erstmals.“

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27. August 2018: Ehrenamtliches Engagement in einem Kindergarten-Förderverein

Unzählige Eltern in Bayern unterstützen die pädagogische und erzieherische Arbeit von Schulen und Kindergärten in einem Förderverein. Allen Ehrenamtlichen, die sich im Vorstand eines Fördervereins oder durch sonstiges „Zupacken“ engagieren: Herzlichen Dank! Sie unterstützen überall dort, wo Aktionen und Projekte, wo Anschaffungen und Ausgaben den üblichen Rahmen und die Möglichkeiten der Einrichtung übersteigen.

Kiga Foeverein Rottenburg
Foto: Petra Brunner, v.l. Petra Brunner (1. Vorsitzende), Manuela Past (Beisitzerin), Marion Heckner (Kassierin), Renate Zitzmann (Beisitzerin)

Der Kindergarten-Förderverein Rottenburg e.V. feierte heuer sein 45-jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch – auch zur be­ein­druckenden Mitgliederzahl 480.
Petra Brunner, 1. Vorsitzende: „Mit unserem ehrenamtlichen En­ga­ge­ment im Kindergarten-Förderverein leisten wir einen positiven Beitrag zum Wohle unserer Kinder, das ist unser Ansporn. Wir freuen uns, den Kindern Wünsche erfüllen zu können, die über das Übliche hinausgehen: Mit dem Jahresmitgliedsbeitrag von 4 € und Spenden waren dies seit der Gründung des Vereins über 120.000 €. Davon profitieren nicht nur der Kindergarten St. Raphael und der Kindergarten Lebens­kunst Oberhatzkofen, sondern auch die Kinderkrippe Laaberspatzen.“

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Freunde und Förderer des Kindergarten Sankt Michael e.V. in Inzell
Foto: Hildegard Jung; der Förderverein des Kindergarten St. Michael Inzell bei einer Spendenübergabe

Freunde und Förderer des Kindergarten Sankt Michael e.V. in Inzell: Seit über zehn Jahren unter­stützt der Verein mit seinen circa 50 Mitgliedern – und seinem Jahre­smindest­bei­trag von 10 € – die Er­ziehung und Betreuung der Kinder im St. Michael-Kindergarten. Viele An­schaf­fungen wären ohne ihn nicht möglich.

Hans Scheurl, Vorsitzender des För­der­vereins: „Der Verein ist für den Kindergarten sehr wichtig, da alle Mit­glieds­bei­träge, Spenden und Erlöse von Festen an den Förderverein gehen. Beim letzten Sommerfest konnten wir zum Beispiel dank des großen Engagements der Eltern über 2.000 € Reinerlös erwirtschaften.

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Förderverein Kindergarten St. Martin e.V. in Erlangen: Aus der Vorstandschaft erzählen Ulrich Friedrich und Mareike Dörfler: „Wir möchten den Kindern eine un­ver­gessliche Zeit im Kindergarten ermöglichen. Jedes Kind soll diese besondere Zeit, die nie wieder im Leben kommt, genießen. Dafür möchten wir vom Förder­ver­ein Mittel zur Verfügung stellen, damit auch mal etwas ganz Besonderes or­ga­ni­siert werden kann – sei es ein Clown oder ein Zauberer, der den Kindern einen un­ver­gesslichen Tag bereitet.

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Für die finanzielle, aber auch tatkräftige Unterstützung danken wir den Mitgliedern des Fördervereins St. Martin – den Eltern, Großeltern, Patenonkeln, Freunden des Kindergartens, Tanten, Onkeln, umliegenden Geschäften, engagierten Erziehern und Erzieherinnen und lokalen Banken.“

 

20. August 2018: Ehrenamtliche Büchereiarbeit in der Gemeindebücherei Reit im Winkl

Öffentliche Büchereien sind die mit Abstand meistbesuchte kulturelle Einrichtung in Bayern. Vieles wird in den Büchereien von engagierten Ehrenamtlern gestemmt – von der Ausleihe, der Bestandspflege und dem Bucheinkauf bis hin zur Ka­ta­lo­gi­sie­rung und Vorbereitung besonderer Aktionen. Zum St. Michaelsbund, dem ältesten bayerischen Büchereiverband, gehören über 1.000 Büchereien mit rund 12.000 ehrenamtlichen Helfern im „Büche­rei-Einsatz“. Eine davon ist die Gemeinde­bü­cherei Reit im Winkl – in gemeinsamer Trägerschaft von Pfarrei und Kommune. Ihre ehrenamtliche Leiterin Anja Schaub stellt sich vor:

Buecherei 1
Foto: Anja Schaub

„Seit über 15 Jahren leite ich ehren­amtlich die Gemeindebücherei Reit im Winkl. Anfangs ohne jedes Wissen zum Thema Bücherei. Die Beratung und verschiedene Schulungen vom Sankt Michaelsbund unterstützten mich bei der Einarbeitung. Nach ei­ni­gen Jahren absolvierte ich dann die über 1-jährige Ausbildung zur kirch­lichen Büchereiassistentin. Mitt­ler­weile engagiere ich mich etwa acht Stunden wöchentlich in der Bü­che­rei. Wir arbeiten im Büchereiteam alle ehrenamtlich und sind etwa immer zehn Frauen. Jede arbeitet im Rahmen dessen, was ihre persönliche momentane Lebenssituation ermöglicht. “

Auszeichnung vom Bayernwerk für "besonders nachhaltige und hervorragende Leseförderung"
Foto: Anja Schaub: „Hier feiern wir mit unserem ehrenamtlichem Team und Vertretern unseren Träger (Pfarrer und 1. Bürgermeister) unsere Auszeichnung vom Bayernwerk für besonders nachhaltige und hervorragende Leseförderung.“

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Kinderferienprogramm der Gemeindebücherei Reit im Winkl
Foto: Anja Schaub

Leseförderung für alle, auch in kleinen ent­legenen Orten – das liegt dem Bücherei-Team besonders am Herzen. Die Erfolge, die sie in den vergangenen Jahren in der Leseförderung erzielen konnten, mo­ti­vie­ren Anja Schaub und ihre Mitstreiter, dran zu bleiben. Darüber hinaus ist die Gemeinde­bü­cherei Reit im Winkl inzwischen auch ein richtiger Treff­punkt für Einheimische und Gäste geworden – mit dem aktuellen Medienangebot und den zahl­reichen Veranstaltungen, etwa der jährlichen Teilnahme am Kinderferienprogramm, erntet das Team immer wieder großes Lob. Freude am Umgang mit Men­schen und Büchern zeichnen das Team aus.

Anja Schaub: „Beim Ferienprogramm folgten wir mit den Kindern im Wald den grünen Spuren, lösten ein Rätsel nach dem anderen um dann ein kniffliges Zahlenschloss zu knacken.“

Kinderferienprogramm der Gemeindebücherei Reit im Winkl
Foto: Anja Schaub

 

13. August 2018: Ehrenamtliches Engagement von Menschen mit Behinderung

Ehrenamt mal anders herum: Immer mehr Menschen mit Be­hin­de­rung wollen sich ehren­amtlich in die Gemeinschaft einbringen, weiß die Beauftragte für Menschen mit Behinderung Irmgard Badura. Sie sehen sich nicht nur als po­ten­zi­elle Emp­fän­ger, sondern umgekehrt auch als Geber von ehrenamtlichem En­ga­ge­ment. „Helfen macht Freude. Das gilt für alle Menschen. Und für alle Menschen ist es wichtig, eine sinnvolle Aufgabe zu haben, un­ab­hängig davon, ob sie eine Be­hinderung haben oder nicht“, so die Ehrenamtsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer.

Diese Woche möchten wir Ihnen zwei Beispiele aus der Praxis vorstellen und Menschen mit und ohne Behinderung Lust machen, Ähnliches auszuprobieren.

Blutspendedienst des BRK Bad Neustadt

Blutspendedienst des BRK Bad Neustadt
Foto: Lebenshilfe Rhön-Grabfeld e.v.

Das Rote Kreuz Bad Neustadt/Saale macht vor, wie das gehen kann. Hier gibt es nämlich einen Blut­spende­dienst „Gemeinsam gegen Gleich­gültig­keit“, bei dem sich Menschen mit und ohne Behinderung en­ga­gie­ren. Ob bei der Betreuung und Verpflegung der Spender, ob beim Vorbereiten kleiner Speisen,  beim Servieren oder Auf­räumen – alle ehrenamtlichen Mitarbeiter des Blutspendedienstes sind hier gefragt.

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Assistenz beim Schwimmkurs im Freizeitnetzwerk Sport in Nürnberg

Schwimmkurs
Foto: Kerstin Bloß

Kerstin Bloß, seit der Geburt an Taubheit grenzend hochgradig schwer­hörig, engagiert sich ehren­amtlich auf vielfältige Art und Weise: In der Lebenshilfe Nürnberg ist sie zurzeit beim Freizeitnetzwerk Sport eingesetzt, das als Projekt der AKTION MENSCH sportbegeisterte Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt. Die Aufgabe von Kerstin Bloß ist es, einem Jungen mit Down-Syndrom beim Schwimmen lernen zu unterstützen.

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Schwimmkurs-2
Foto: Kerstin Bloß

Kerstin Bloß engagiert sich aber noch weit darüber hinaus. Sie ist Übungs­leiterin bei mehreren Vereinen u.a. Schwimmverein Franken e.V. (SV Franken e.V.), ATV Frankonia Nürn­berg e.V. und Hörgeschädigten Freizeit- und Sportgruppe Franken e.V. (HFS Franken e.V.). Als Zweit­kraft / Begleitkraft ist sie beim In­te­grati­ven Schwimmen in der Schwimm­schule Sam & More Heideck tätig. Ausserdem ist sie auch Sport­ab­zei­chen­prüferin für Laufen, Rad, Leichtathletik und Schwimmen im BLSV sowie im Behinderten- und Versehrten-Sportverband (BVS Bayern) aktiv. Besonders stolz ist Kerstin Bloß darauf, dass – auch durch ihren hartnäckigen Einsatz – im Oktober 2017 die erste deutschlandweite Rettungsschwimmerausbildung für Hörgeschädigte stattfand.

 

6. August 2018: Elisabethenverein in St. Joseph, München

Heidi Mielich, Vorsitzende des Elisabethenvereins, stellt vor, wie der Verein bedürftige Mitmenschen, insbesondere Senioren und Aleinerziehende, unterstützt und für sie da ist.

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