München, 10.08.2026

Bayerische Ehrenamtsbeauftragte warnt vor Absenkung des Steuerfreibetrags – Bayern setzt auf Entlastung statt neuer Hürden

Die Bayerische Ehrenamtsbeauftragte Gabi Schmidt lehnt die bekannt gewordenen Pläne zur Absenkung des steuerlichen Freibetrags für Vereine von 5.000 auf 1.000 Euro ab. Eine niedrigere Grenze könnte gerade kleinere Vereine davor zurückschrecken lassen, Vereinsfeste und andere Veranstaltungen zu organisieren, aus Sorge, steuerliche Schwellen zu überschreiten und dadurch zusätzlichen Aufwand oder finanzielle Belastungen auszulösen. Das hätte fatale Folgen für das Vereinsleben und den sozialen Zusammenhalt vor Ort.

„Wer das Ehrenamt stärken will, darf Vereine nicht höher besteuern. Ein Vereinsfest macht aus einem kleinen Verein noch lange kein Wirtschaftsunternehmen. Sowohl das Ehrenamt als auch unsere Vereine sind eine wesentliche Stütze unserer Gesellschaft und stärken den sozialen Zusammenhalt. Statt neue steuerliche Hürden und Unsicherheiten aufzubauen, brauchen unsere Vereine einfache, verlässliche und entlastende Regeln. Das ohnehin stark geforderte Ehrenamt darf nicht weiter in die Zange genommen werden,“ betont Schmidt.

Besonders im ländlichen Raum sind Vereine ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Wo Vereine fehlen oder ihr Engagement zurückfahren müssen, fehlt oftmals ein wesentlicher Teil der sozialen Infrastruktur. Sie organisieren Feste und Veranstaltungen, schaffen Begegnungsorte, leisten wertvolle Jugendarbeit und bringen Menschen zusammen. Gleichzeitig bleiben die erwirtschafteten Mittel in der Region und fließen direkt wieder in das Vereinsleben zurück. Damit leisten die Vereine auch einen wichtigen Beitrag zur strukturellen Stärkung des ländlichen Raums.

„Gerade auf dem Land sind unsere Vereine das, was Orte lebendig hält. Sie schaffen Gemeinschaft, kümmern sich um Kinder und Jugendliche und sorgen dafür, dass Menschen zusammenkommen. Was unsere Ehrenamtlichen heute freiwillig und mit großem persönlichem Einsatz leisten, müsste sonst vielfach der Staat auffangen – und das kann und will der Staat gar nicht leisten. Deshalb müssen wir unsere Vereine stärken und ihnen Luft zum Atmen geben, statt ihnen neue Hürden in den Weg zu stellen,“ so Schmidt.

Die Bayerische Ehrenamtsbeauftragte steht dabei ausdrücklich an der Seite von Finanzminister Albert Füracker. „Wir als Freistaat Bayern haben hier eine klare Haltung: Wir wollen unsere Vereine nicht stärker belasten, sondern ihnen mehr Spielraum geben. Deshalb stehen wir Schulter an Schulter für eine Politik, die das Ehrenamt stärkt und nicht ausbremst,“ erklärt Schmidt.

Füracker hatte die Pläne des Bundesfinanzministers als den falschen Weg bezeichnet und klargestellt: „Bayern wird hier nicht mitmachen.“ Im Rahmen einer Bundesratsinitiative will sich der Freistaat stattdessen für eine Verdoppelung des Freibetrags auf 10.000 Euro einsetzen.